Zweite Bundesliga
Ausgeglichen wie nie zuvor

Die Nürnberger Spieler wollen in der kommenden Saison wieder öfter jubeln. Die Trainer der 2. Liga sehen neben Hannover 96 und dem VfB Stuttgart auch den 1. FC Nürnberg als Aufstiegsfavoriten. Bild: dpa

Die 2. Bundesliga ist in dieser Saison so prominent besetzt wie selten. Gleich neun Vereine, die schon deutscher Meister waren, sind dabei. Trotz der zahlreichen Traditionsclubs haben die 18 Trainer zwei klare Aufstiegsfavoriten ausgemacht.

Berlin. Der VfB Stuttgart und Hannover 96 gehen als große Aufstiegsfavoriten in die Saison der 2. Fußball-Bundesliga. Fast alle Trainer der 18 Zweitligisten nannten die beiden Clubs vor dem Ligastart am Freitag als Topanwärter. "Sie sind erst frisch aus der ersten Liga abgestiegen und haben dadurch andere wirtschaftliche Mittel, um zumindest im ersten Jahr nach dem Abstieg größere Sprünge zu machen", sagte Kaiserslauterns Trainer Tayfun Korkut.

Die Absteiger nehmen ihre Favoritenrolle an und wollen unbedingt zurück in Liga eins. "Unser Ziel ist der direkte Wiederaufstieg", meinte Hannovers Coach Daniel Stendel. Der Kampf um die Erstklassigkeit werde sich allerdings nicht nur auf zwei Mannschaften beschränken. "Vereine wie der VfL Bochum, Union Berlin, der FC St. Pauli und möglicherweise auch 1860 München wollen und werden ein Wort mitsprechen."

Berlin und St. Pauli


Davon sind einige seiner Kollegen ebenfalls überzeugt. Hinter Hannover und dem VfB räumen fünf Fußball-Lehrer Berlin und St. Pauli die größten Chancen ein, oben mitzuspielen. Bochum, der 1. FC Nürnberg und 1860 werden ebenfalls stark eingeschätzt. Die Münchner, die in der vergangenen Saison den Abstieg nur knapp verhinderten, haben viel investiert und sich mit erfahrenen Bundesligaspielern wie Ivica Olic, Sascha Mölders und Stefan Aigner verstärkt. 1860-Trainer Kosta Runjaic sprach davon, eine "ordentliche Saison" spielen zu wollen. Er gab keine genaue Platzierung als Zielvorgabe für seine Mannschaft aus. Der "Löwen"-Coach will sich auch nicht auf einzelne Aufstiegsfavoriten festlegen und rechnet mit einem packenden Rennen um die vorderen Plätze. "Ich denke, dass es wie letztes Jahr zehn bis zwölf Mannschaften gibt, die um den Aufstieg mitspielen können", sagte er.

Runjaic ist nicht der einzige, der die Ausgeglichenheit der Liga betont. "Die zweite Bundesliga wird in der kommenden Saison so ausgeglichen wie vielleicht noch nie zuvor sein", meinte Heidenheims Trainer Frank Schmidt. "Es wird ein sehr interessantes Jahr werden."

Tatsächlich ist die Liga prominent und traditionsreich besetzt wie selten: Neun Teams waren schon einmal deutscher Meister - fünf von ihnen nach der Einführung der Bundesliga zur Saison 1963/64: Der 1. FC Nürnberg, der VfB Stuttgart, der 1. FC Kaiserslautern, Eintracht Braunschweig und 1860 München.

Gleich schwere Gegner


Zudem haben sich nicht nur die "Löwen" namhaft verstärkt: Stuttgart und Hannover, die ihre Kader nach dem Abstieg wegen zahlreicher Abgänge umbauen mussten, waren auf dem Transfermarkt ebenfalls aktiv.

Die beiden Topfavoriten treffen direkt auf schwere Gegner. Hannover tritt am Freitag in Kaiserslautern an, Stuttgart empfängt drei Tage später den FC St. Pauli. Der Trainer des Kiez-Clubs, Ewald Lienen, freut sich darauf, gleich zu Beginn auf einen Aufstiegsanwärter zu treffen. "Ich finde es geil, gleich gegen so einen starken Gegner zu spielen", sagte er.
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