Manager Stefan Reuter beschwört Zusammenhalt - Viele Investitionen nach 30-Millionen-Erlös
FC Augsburg muss an einem Strang ziehen

Zehn Tage vor dem 18. Geburtstag begann Stefan Reuter seine Profikarriere mit dem ersten Zweitliga-Einsatz beim Spiel 1. FC Nürnberg gegen Offenbach. Daran erinnerte er sich in der Tucher-Sport-Arena. Danach ging es für ihn steil nach oben. Bild: bmr
"Seit Sonntagabend sind wir wieder geerdet", sprach Stefan Reuter bei der Tucher-Sportarena im Nürnberger Arvena-Hotal am Dienstag Klartext. Der Manager des FC Augsburg redete von der Roten Laterne, die seit dem 1:0-Sieg des VfB Stuttgart gegen den FC Ingolstadt in der Fußball-Bundesliga nun bei den bayerischen Schwaben hängt. Es ist dies nach der eigenen 0:2-Heimniederlage gegen Darmstadt 98 tags zuvor der vorläufige Tiefpunkt einer Talfahrt, die für die Überraschungsmannschaft 2014/15 mit dem Start in die aktuelle Saison begonnen hat.

Auch in der Europa-League taumelt der FCA dem Aus entgegen, wenn nicht heute Abend beim AZ Alkmaar ein kleines Wunder gelingt. Dabei schaute die Welt im August noch ganz anders aus. Sicher, der Verlust des ghanaischen Talents Abdul Rahman Baba wog sportlich schwer. Allerdings waren die 30 Millionen Euro, die der FC Chelsea dafür an Augsburg überwies schon mehr als nur ein Trostpflaster. Schmunzelnd meinte Reuter dazu: "Als ich hierher kam, lag der Toptransfer-Wert beim FCA bei 50 000 Euro. Das haben wir nun knapp getoppt."

An dieser Stelle ließ Reuter am Dienstag aber auch seine Bodenständigkeit und seinen Realitätssinn durchschimmern. Schließlich sei ein großer Teil der Riesensumme investiert worden: in die Infrastruktur, in den Kader, in die Jugendarbeit. Letztere müsse so angelegt sein, "dass der Sprung zu den Profis nicht zu groß wird".

Saison 2012/13 als Vorbild

Um die jetzige Bredouille überwinden zu können, beschwor der Manager die nötige Geschlossenheit zwischen Vereinsführung, Trainer und Mannschaft. Ganz so, wie es bei Reuters Amtsantritt im Dezember 2012 funktioniert hat. Damals, in der ersten Bundesligasaison des FCA, hatte die Elf gerade mal neun Punkte auf dem Konto. Der direkte Abstieg drohte. Am Ende waren es nach dem 3:1-Sieg über Greuther Fürth 33 und Augsburg auf Rang 15 gesichert. Auf eine solch positive Entwicklung setzt der Ex-Welt- und Europameister all seine Hoffnungen.

Überleitend auf das aktuelle Fußballgeschehen meinte Reuter in Richtung Fifa: "Das ist erschütternd, was sich da tut. Da muss ein absoluter Neustart hingelegt werden." Zu den jüngsten Fehlentscheidungen vor Schiedsrichtern - voran bei FC Bayern - FC Augsburg und 1. FC Köln - Hannover 96 - meinte der 49-Jährige: "Statt uns die Sicht von der Spielerbank aus zu nehmen, sollte der vierte Mann mit dem entsprechenden technischen Gerät ausgestattet sein, das hilft, solche Fehlern zu vermindern."
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