WM-Affäre
Die wichtigsten Erkenntnisse des Freshfield-Berichtes

Der Untersuchungsbericht der vom Deutschen Fußball-Bund beauftragten Freshfields-Ermittler bewertet vor allem drei Punkte im Skandal um die WM-Vergabe 2006. Ein Überblick über die Erkenntnisse bei den Zahlungen, einem möglichen Stimmenkauf und dem Umgang des DFB mit den Vorwürfen.

ZAHLUNGEN:

  • 29. Mai bis 8. Juli 2002: In vier Tranchen werden sechs Millionen Schweizer Franken von einem Konto, dessen Inhaber Robert Schwan und Franz Beckenbauer sind, auf ein Konto des Advokatbüro Gabriel & Müller in der Schweiz transferiert.

  • jeweils wenige Tage später: Die Beträge werden von Gabriel oder dem Advokatbürp an ein Konto der KEMCO Scaffolding Co. in Katar weitergeleitet. Alleiniger Anteilseigner war Mohamed bin Hammam.

  • August 2002: Der frühere Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus eröffnet ein Konto und überweist zehn Millionen Schweizer Franken auf das Konto von Gabriel & Müller.

  • 3. September 2002: 5,983 Millionen Schweizer Franken gehen von dem Konto Gabriel & Müller auf ein Konto von Beckenbauer. Schwan war zuvor gestorben.
  • 5. September 2002: 4 Millionen Schweizer Franken gehen von dem Konto Gabriel & Müller an die KEMCO Scaffolding Co..

  • 27. April 2005: Der DFB zahlt 6,7 Millionen Euro (10,3 Millionen Schweizer Franken) an die FIFA. Diese Zahlung stellt keinen Beitrag zur FIFA-Eröffnungsgala dar. Sie soll Robert Louis-Dreyfus zugute kommen. «Dieser wahre Zahlungszweck wurde bewusst verschleiert.» Die FIFA leitet die Zahlung am gleichen Tag auf ein Konto von Louis-Dreyfus weiter.

  • Unter dem Strich steht also ein Minus von 6,7 Millionen Euro beim DFB und ein Plus von 10 Millionen Schweizer Franken bei KEMCO.


STIMMENKAUF:

  • Nach Erkenntnissen der Ermittler bleibt offen, ob ein «weiterer, dahinterliegender Zweck» mit der Zahlung von zehn Millionen Schweizer Franken verfolgt wurde.

  • Eine Vereinbarung von Beckenbauer für den DFB und Jack Warner für den CONCACAF (Konföderation Nord-, Mittelamerika und Karibik) vier Tage vor WM-Vergabe bezeichnen die Untersucher als «rätselhaft». Darin werden der CONCACAF und Warner die Entsendung von Trainern, Fußballausrüstung, der Druck von Nationalflaggen, Tickets für Qualifikationsspiele von Trinidad & Tobago einschließlich Kosten für Erste-Klasse-Flugtickets zugesagt. Warner wurden 1000 Tickets für WM-Spiele 2006 versprochen. Ob das DFB-Präsidium dem zustimmt, bleibt offen. Es deuten jedoch «diverse Vorgänge» darauf hin, dass die Leistungen erbracht wurden.


DFB-AUFKLÄRUNG DES SKANDALS:

  • Der inzwischen zurückgetretene DFB-Präsident Wolfgang Niersbach hatte spätestens im Juni 2015 «Kenntnis von möglichen Unregelmäßigkeiten» mit Verbindung zur WM 2006

  • Niersbach informierte erst im Oktober 2015, sondern traf sich mehrfach mit früheren Mitgliedern des Organisationskomitees
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