21-Jähriger überlebt Erdrutsch
Sonnenblumenkerne retten Arbeiter das Leben

Drei Tage liegt ein 21-Jähriger unter Geröllmassen begraben, bis ihn Retter aus den Trümmern ziehen. Sonnenblumenkerne und eine Tür retteten dem jungen Arbeiter in China das Leben.

Peking. Für die Helfer in Shenzhen war es die erste gute Nachricht seit Tagen: Mehr als 60 Stunden nach dem verheerenden Erdrutsch in der Stadt im Süden Chinas haben Retter am Mittwoch den ersten Überlebenden aus den Trümmern gezogen. Für andere kam dagegen jede Hilfe zu spät. Wie Staatsmedien berichteten, stieg die Zahl der gefundenen Todesopfer auf insgesamt vier. Für noch immer mehr als 70 Vermisste unter den bis zu zehn Meter hohen Erdmassen sahen Behörden nur noch geringe Überlebenschancen. Die Suche nach Verantwortlichen für die Katastrophe ging weiter.

Kritik an Behörden


Der 21-jährige Wanderarbeiter Tian Zeming war gerettet worden, nachdem eine riesige Halde aus ausgehobener Erde und Bauschutt in einem Industriepark der Stadt kollabiert war und Dutzende Gebäude zum Einsturz gebracht hatte. Mit schwacher Stimme erzählte er den Rettern von seinem Überlebenskampf. Eine Zimmertür hatte ihm demnach unter den Massen von Geröll und Schlamm einen kleinen Hohlraum zum Atmen verschafft. Ernähren konnte er sich von einer Packung Sonnenblumenkerne und Grapefruits, die neben ihm gelandet waren. Laut dem Staatssender CCTV wurde der junge Mann ins Krankenhaus gebracht. Wie der Staatssender China National Radio berichtete, nahm die Polizei einen Vizepräsidenten der Betreiberfirma fest. Anwohner warfen aber vor allem den lokalen Behörden Versagen vor.
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