25 000 Opfer der Bombenangriffe

Zu den Opferzahlen des alliierten Bombenangriffs auf Dresden:

Bereits Joseph Goebbels hat die Opfer der Luftangriffe vom 13. und 14. Februar 1945 auf Dresden für seine "Totale-Krieg-Propaganda" vereinnahmt und die Opferzahlen sofort potenziert. Gleiches taten die kommunistischen Machthaber in der DDR ("imperialistische anglo-amerikanische Terrorflieger") und die offen rechtsradikalen Marschierer ("Bombenholocaust"), die Dresden bis heute regelmäßig heimsuchen. Auf diese aus sehr unterschiedlichen politischen Motiven propagierte Fantasiezahl von 300 000 Toten bezieht sich auch der Leserbrief-Schreiber.

Die immer wieder missbrauchte Stadt Dresden hat daher 2004 eine interdisziplinäre Wissenschaftlerkommission beauftragt, die Zahl der Opfer der Luftangriffe aufzuklären. Nach mehrjährigen, aufwendigen und über jeden wissenschaftlichen Zweifel erhabenen Forschungen hat diese Kommission 2010 einen beeindruckend sachlich-nüchternen Abschlussbericht verfasst (für jedermann zugänglich unter www.dresden.de/historikerkommission). Darin stellt die Kommission die schreckliche Todeszahl von 22 000 bis 25 000 Opfern der Bombenangriffe auf Dresden fest. Ebenso eindeutig ordnet sie die "Zahlenspielereien" seit den Brandnächten im Februar 1945 als das ein, was sie sind: Propaganda, Instrumentalisierung und Missbrauch für politische Zwecke.

Dieser Instrumentalisierung der fast 25 000 Opfer der Bombenangriffe auf Dresden im Dienste historischer Wahrheit entgegenzutreten ist unser aller Aufgabe, daher dieser Leserbrief. Die historische Wahrheit erlaubt uns, um die Opfer des Dresdner Feuersturms zu trauern, zu denen beinahe auch meine Großmutter und mein zweijähriger Vater gehört hätten, die sich auf der Flucht aus Niederschlesien in Dresden aufgehalten haben. Zu dieser historischen Wahrheit gehört aber auch, dass die Bombenangriffe die letzten Dresdener Juden vor ihrer Deportation in den Tod bewahrt haben. Darunter nicht nur Victor Klemperer, sondern auch Henny Brenner, die heute in Weiden lebt.

Dr. Jörg Skriebeleit, Leiter der KZ- Gedenkstätte Flossenbürg,
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