300 Passagiere überleben Bruchlandung
Dem Inferno entkommen

Als Flug EK521 hart auf der Landebahn in Dubai aufschlägt, liegt nicht viel zwischen glimpflichem Ausgang und Katastrophe. Am Ende gibt es einen Toten.

Dubai. Es ist ein bizarres Bild. Hunderte Passagiere gehen zügig, aber doch ruhig über das Rollfeld. Weg von dem Flugzeug, das sie gerade aus Indien nach Dubai gebracht hat. Einige der 282 Fluggäste hatten sogar noch Zeit, ihre Koffer mitzunehmen, wie ein Internetvideo zeigt. Und das, obwohl der Flug gerade bei der Landung verunglückt ist: Dicker Qualm steigt in die Luft. Wenige Minuten später erschüttert eine Explosion die Boeing 777. Flammen brennen das halbe Flugzeug nieder. Dass kein Passagier starb und es nur 13 Leichtverletzte gibt, scheint riesiges Glück zu sein. Ein Feuerwehrmann jedoch kommt in den Flammen um.

Glück vielleicht, doch kein Zufall. Die Evakuierungsmaßnahmen der Fluggesellschaft Emirates, die zu den sichersten der Welt zählt, scheinen am Mittwoch nach Plan funktioniert zu haben, wie Flugsicherheitsexperte Heinrich Großbongardt sagt. "Dass keinerlei Panik an Bord auftaucht - denn dann ist eine Evakuierung nicht so schnell möglich -, auch das gehört zu den Leistungen der Kabinencrew." Ansonsten hätte der Mittwoch weit schlimmer enden können. Die Maschine sei bei der Landung plötzlich abgesackt, aufgeschlagen und wieder einige Meter hochgehoben worden, sagte eine Passagierin einem Nachrichtensender. Ein Pilot, der den Vorfall beobachtete, erzählte: "Wir sahen große Flammen, dann schlug der Rumpf auf die Landebahn und das rechte Fahrwerk brach, danach auch die rechte Turbine."

Großbongardt sieht keine Hinweise auf technische Probleme. Möglich scheine aber, dass sogenannte Scherwinde die Landung erschwerten. Diese Luftströmungen mit schnell wechselnden Richtungen gelten als großes Risiko für startende und landende Flugzeuge. Es habe eine Warnung gegeben, und die Scherwinde könnten eine Rolle gespielt haben.
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