72-jährige Stalkerin freigesprochen
Justiz stößt an ihre Grenzen

Arnsberg. Er ist "die Liebe ihres Lebens". Seit fast 15 Jahren stellt eine Seniorin einem Pastor nach. Seit langem beschäftigt der Liebes-Terror die Justiz. Am Mittwoch nun wurde die Rentnerin wegen Schuldunfähigkeit vom Landgericht Arnsberg vom Stalking-Vorwurf freigesprochen. Der Geistliche befürchtet, weiter mit fast täglichen Anrufen und SMS sowie Rosen, Herz-Luftballons, Reizwäsche und Phallus-Symbolen im Vorgarten leben zu müssen. Er fühlt sich im Stich gelassen.

Im Frühjahr 2014 hatte das Amtsgericht in Meschede den Fall noch anders bewertet und die Frau zu 14 Monaten Haft verurteilt. Doch ein Gutachten, das der Frau einen krankhaften Liebes-Wahn bescheinigt und die Tatsache, dass die Angeklagte trotz drohender Strafe weitermachte, ließen das Berufungsgericht den Fall anders beurteilen. Die Juristen waren sich einig: "Hier kommt die Justiz an ihre Grenzen." Denn eine Einweisung schloss das Gericht aus: "Sie ist zwar lästig, aber nicht gefährlich."

Tragisch ist der Fall aus Sicht des Anwalts der 72-Jährigen, Michael Babilon, allemal: Vermutlich werde sich erst etwas ändern, wenn die Frau körperlich nicht mehr dazu in der Lage sei. "Sie wird ja auch älter."
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