Abschreckende Beispiele aus Nordamerika

Zum Bericht "Fracking-Gesetz mit vielen Hintertürchen":

Na, da haben die Lobbyisten ja wieder ganze Arbeit geleistet. Was da als Fracking-Teil-Verbots-Gesetz "erarbeitet" wurde, kann man eigentlich nur als Missachtung des Volkswillens bezeichnen. Umweltministerin Hendricks bezieht sich auf die Verfassung, wenn es darum geht, Grundwasser- sowie Umweltverschmutzung in großem Umfang zu erlauben.

Denn wer glaubt schon - wenn sich Fracking in Deutschland tatsächlich nicht lohnen würde - dass interessierte Firmen auch nur einen Euro (Dollar) in eine unwirtschaftliche Sache stecken würden.

Fakt ist: Fracking ist nicht dazu geeignet, die Umweltbilanz zu steigern. Im NDR wurde vor einigen Monaten eine Filmreportage zur besten Sendezeit (gegen Mitternacht) zum Fracking in Amerika gezeigt, wo dann schon mal ausgetriebenes Gas aus Wasserhähnen strömte, Flussläufe mittels anzündbarer Gasblasen zum Blubbern animiert wurden und das Schlimmste: Die Umgebung sah aus wie eine Mondlandschaft - man wähnte sich auf einem anderen Planeten. Fazit dort: Die umliegenden Einwohner konnten das Wasser aus der Leitung, weil mit Chemikalien durchsetzt (was natürlich nicht vom Fracking kommt), nicht mehr trinken und müssen sich mit Wasser aus Containern begnügen, das sie in den Einkaufsmärkten erwerben müssen.

Ebenfalls schockierend: Nicht einmal die Arbeiter der Fracking-Gesellschaften wussten, mit was für gefährlichen Substanzen sie umgingen. Erkrankungen der Arbeiter und der umgebenden Bevölkerung häufen sich. Beschwerden werden auch dort nicht ernst genommen und Abwässer, die wieder aus dem Boden gespült werden, werden in großen überirdischen Tanks gelagert, deren Dichtheit - filmisch glaubwürdig belegt - aller Beschreibung spottet. Sie sind leck und entlassen ihre giftige Fracht in die ohnehin schon zerstörte Umwelt.

Es ist also nicht von so weit hergeholt, dass die Bevölkerung in dieser Hinsicht auch schon mal kritisch hinter die Kulissen schaut und sich nicht so einlullen lässt, wie so mancher Politiker und Regierungsmitarbeiter.

Diese ausufernden Dimensionen können nicht eins zu eins auf Deutschland übertragen werden. Trotzdem sollten gerade solche Gesetze, die mittelbar und unmittelbar Einfluss auf das Wohlergehen der Bevölkerung haben, mit etwas mehr Gespür für die daraus resultierenden Folgen für Umwelt und Natur generiert werden.

Unsere Regierung will uns weismachen, dass Fracking nur schlecht geredet würde und doch gar nicht so viel Gefahr für Trinkwasser und Umwelt ausgeht. Wenn das geheimnisumwitterte TTIP einmal abgeschlossen ist und Frackingverträge ebenfalls, dann kann sich Deutschland auf eine Klageflut aus Übersee einrichten, wenn diese Verträge nicht punktgenau (und das beinhaltet auch das Kleingedruckte) eingehalten werden.

Diese gewinnorientierten Konzerne scheren sich nicht um das Wohlergehen der Bevölkerung und Umwelt. Hier geht es nur um harte Dollars (Euros - je nach Einflussbereich), denn die Wirtschaft muss brummen - nicht das Volk.

Wolfgang Lang, 95666 Leonberg
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