ADAC kritisiert fehlenden Einklemmschutz bei vielen Klein- und Kleinstwagen
Ein paar Cent für Sicherheit

Noch immer werden viele aktuelle Auto-Modelle ohne Einklemmschutz für die elektrischen Fensterheber und Schiebedächer angeboten. Vor allem bei Klein- und Kleinstwagen, so der ADAC, lauern dadurch erhebliche Gefahren für die Finger. Insgesamt fehlt bei rund 20 Prozent der von dem Automobilclub getesteten Fahrzeuge diese Schutzeinrichtung. Was die Experten geradezu empörte: Gegenüber der letzten Untersuchung im Jahr 2008 gab es keinerlei Fortschritte. Dabei kosten wirksame Systeme nur wenige Cent.

"Einige Hersteller haben offensichtlich ein Einsparpotenzial erkannt und den Einklemmschutz gestrichen", kritisiert ein ADAC-Sprecher. Vor allem Kinder sind in Autos ohne Einklemmschutz gefährdet. Halten sie sich mit den Fingern am Fenster fest oder strecken den Kopf heraus und betätigen dabei den Schalter, werden Fenster oder Schiebedach schlimmstenfalls zur tödlichen Falle. Bei den ADAC-Versuchen wurden jedenfalls Gurken und Rettiche problemlos durchtrennt. Angesichts der unbefriedigenden Situation empfiehlt der ADAC, Kinder nie unbeaufsichtigt im Fahrzeug zu lassen und Fenster und Schiebedach nicht per Fernbedienung zu schließen, wenn man das Auto nicht im Blick hat. Außerdem sollten die hinteren Fensterheber zur Kindersicherung deaktiviert und der Zündschlüssel beim Verlassen des Wagens immer abgezogen werden. An die Hersteller appelliert der Club, nur noch elektrische Fensterheber und Schiebedächer mit sogenannten "automatischen Reversiereinrichtungen" zu verwenden. So könnten Verletzungen vermieden werden. (mid)
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