Ärger in Reitställen über Ungleichbehandlung

Zum Artikel "Drittes Pferd infiziert":

Mit einer gehörigen Portion Ärger, aber auch Unverständnis musste ich feststellen, dass im Umgang mit den von der Equinen Infektiösen Anämie (E.I.A.) betroffenen Ställen wohl mit zweierlei Maß gemessen wird.

Während die einen die kompletten 12 Wochen Quarantäne (d. h. wir dürfen keinen Huf außerhalb unserer Grundstücksgrenze setzen) über sich ergehen lassen müssen, werden anderen nach ein paar Wochen Erleichterungen gewährt. Ihnen ist es seit Mitte September von Amts wegen erlaubt, innerhalb des Sperrbezirks auszureiten. Die Begründung des zuständigen Amtes lautet, in diesem Sperrbezirk beträfe es nur 2 Personen bzw. Betriebe, während bei uns in Oberviechtach mehrere Personen diese Erleichterung nutzen würden.

Nun frage ich mich, sind die Pferde dieser Betriebe weniger infektiös als unsere? Oder gehen diese Pferdebesitzer gar verantwortungsvoller mit dieser Erkrankung um als wir? Ist die Population der Stechmücken und Bremsen dort niedriger als in unserer Gegend? Alle drei Fragen kann ich definitiv mit nein beantworten.

Es ist sehr traurig, dass der Betrieb, der zu einem großen Teil die Verantwortung an dieser Misere übernehmen muss, von Amts wegen Privilegien genießt, während uns - nur durch ein Pferd aus jenem Bestand in diese missliche Lage gekommen - diese Privilegien verwehrt werden. Die Vorschriften werden wohl nicht für alle gleich ausgelegt. Ergänzend dazu möchte ich erwähnen, dass alle anderen Pferde unseres Stalles negativ getestet wurden und auch im November getestet werden, denn die Wahrscheinlichkeit, dass ein Pferd sich bei normalem Kontakt mit dieser Krankheit infiziert, geht laut Fachliteratur fast gegen Null.

Auch unsere Pferde und Reiter hätten sich gefreut, mal länger als 40 Meter in der Halle geradeaus laufen zu können. Vielleicht fehlen uns aber nur drei kleine Buchstaben vor dem Namen, um vor dem 15. November in diesen Genuss zu kommen.

Nicole Hagen, 92526 Oberviechtach
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