Allradantrieb ist längst in der Mitte der Auto-Gesellschaft angekommen
Sicherheitsvorteil im Winter

Mehr Traktion auf glatten Fahrbahnen, höhere Stabilität in Kurven: Die Vorteile von Pkw mit Allradantrieb sind durchaus erkennbar. Im Winterhalbjahr in Deutschland kommen die Vorteile besonders stark zum Tragen. Ob sie nun quattro, xDrive, 4Matic oder schlicht den Zusatz 4x4 in der Typbezeichnung tragen - Fahrzeuge mit Allradantrieb sind für die rutschige Jahreszeit prädestiniert.

In den vergangenen zehn Jahren hat sich der Allrad-Anteil an den Neuzulassungen in Deutschland mehr als verdoppelt: von sechs Prozent 2002 auf 15 Prozent im Jahr 2012. Bis Anfang der 1960er Jahre stand der Begriff "Allradantrieb" gleichbedeutend für "Nutzfahrzeug". Nur Militär- oder Baufahrzeuge und lupenreine Geländefahrzeuge wie der Jeep oder der Mercedes Unimog besaßen vier angetriebene Räder.

Technik schreitet voran

Für bestmöglichen Vortrieb war das zwar die ideale Lösung, doch die Fahrzeuge waren langsam, Kurven-unwillig und kompromisslos auf die Bedingungen in schwerem Gelände getrimmt. In den 70er Jahren, als die Motoren stärker und die Fahrzeuge schneller wurden, lieferte das Prinzip der vier angetriebenen Räder das technische Potenzial für ein Antriebssystem, das hohe Motorleistung effektiv und kontrolliert in Vortrieb umsetzen konnte.

Nicht immer erhielten Autokäufer perfekte Lösungen, weil Kostengründe gegen bessere, aufwendigere Technik sprachen. Solche Allradantriebe verspannten sich beim Rangieren und machten die Autos in bestimmten Verkehrssituationen unhandlich. Selbst im norddeutschen Flachland liefern Allradler Pluspunkte, beispielsweise als Zugfahrzeug, mit dem ein Boot zum Hafen gezerrt werden kann.

Längst sind Allradsysteme für den Alltag im Pkw perfektioniert, nicht zuletzt dank elektronisch gesteuertem Differential oder automatisiertem Bremseneingriff. Praktisch alle Automobilhersteller bieten Allrad-Fahrzeuge an. Mit permanentem Allradantrieb ist zum Beispiel eine maximale Traktion gewährleistet, wobei die Antriebskräfte das Lenkverhalten nicht beeinflussen. Die Kraft verteilt sich hier gleichmäßig auf alle vier Räder. Hieraus ergeben sich drei Vorteile für die Fahrdynamik und Sicherheit: Traktion, gutes Handling und Stabilität.

Plus für Sicherheit

Das System der Kraftübertragung ist von entscheidender Bedeutung. Denn die Art des Antriebs und der Kraftverteilung bestimmt wesentlich mit, wann der Zeitpunkt erreicht ist, an dem die maximal mögliche Haftung zwischen Reifen und der Straßenoberfläche überschritten wird. Das wird besonders in Kurven deutlich, wo vier Räder mehr Kräfte als nur zwei Räder übertragen können.

Die Seitenführung in Kurven wächst mit abnehmenden Antriebskräften: Bei zwei Fahrzeugen mit der gleichen Motorleistung erzielt ein Wagen mit Allradantrieb eine größere Seitenführung als einer mit bloßem Zweiradantrieb, der die Antriebskräfte nur auf zwei Räder verteilt. (mid)
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