Als Ärzte Sklaven waren

Nur Kräuter und Gebete? Von wegen! Schon vor 2000 Jahren hatten Ärzte viel mehr drauf. Die Mediziner im alten Rom konnten zum Beispiel schon operieren. Aber viele machten ihren Job nicht freiwillig.

Haaaa-tschi! Schnell, ein Taschentuch, die Nase läuft. Trööööt! Aber sie ist immer noch total verstopft. Und dieser blöde Husten! Wenn uns eine fiese Erkältung erwischt, gehen wir meist zum Arzt. Doch was haben die Menschen vor 2000 Jahren gemacht? Auch sie sind zum Arzt gegangen! In der Stadt Rom gab es zum Beispiel schon viele Mediziner.

Rom war vor rund 2000 Jahren eine der wichtigsten und größten Städte der Welt. Von dort aus herrschte der römische Kaiser über ein gigantisches Reich. Heute ist Rom die Hauptstadt von Italien. Viele Ärzte, die in Rom arbeiteten, stammten aus Griechenland.

Keine freien Menschen

Das gehörte damals zum Reich der Römer. Manche Ärzte waren extra zum Arbeiten in die Stadt gekommen. "Viele von ihnen waren aber Sklaven. Ein Sklave ist ein Mensch, der einem anderen Menschen gehört. Also dessen Eigentum ist", sagt der Fachmann Matthias Pausch.

Er arbeitet in einem Museum in Franken. Dort gibt es gerade eine Ausstellung über die Ärzte im römischen Reich.

Heute muss man Abitur machen und an einer Universität studieren, um Arzt zu werden. Damals war das anders. Man ging bei einem anderen Arzt in die Lehre. Dieser brachte einem dann alles Wichtige bei. "So eine Ausbildung konnte einige Monate oder sogar einige Jahre dauern", erklärt der Fachmann.

Dabei gab es damals schon richtige Experten. Manche Ärzte waren zum Beispiel Fachleute für Augen-Krankheiten. Andere waren Chirurgen (gesprochen: Schirurgen). Das bedeutet: Diese Ärzte operierten.

Die Forscher haben mittlerweile mehrere Gräber von Ärzten entdeckt. Darin fanden sie auch verschiedene Geräte, die man zum Operieren braucht. Wie zum Beispiel Skalpelle, Klingen, scharfe Löffel, Scheren oder Pinzetten. "Diese sehen im Prinzip genauso aus, wie die Geräte der heutigen Ärzte", erklärt Matthias Pausch.

Ohne Betäubung

Von manchen Dingen hatten die Ärzte aber noch keine Ahnung. Zum Beispiel von Krankheitserregern wie Viren oder Bakterien. Und die Patienten mussten oft Schmerzen aushalten. Denn das mit der Betäubung hat auch noch nicht so gut geklappt.

Obwohl die Ärzte den Menschen halfen, war ihr Beruf damals nicht besonders hoch angesehen. Sie wurden eher als Handwerker betrachtet. Und die galten bei vielen Leuten als nicht besonders fein.

Im "Limeseum" in Ruffenhofen/Mittelfranken ist noch bis zum 8. März die Sonderausstellung zur Medizin in der Römerzeit zu sehen. Infos gibt es hier:http://www.limeseum.de
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