Am Tag des offenen Denkmals mehr rund um das Schlossgut Kaibitz erfahren
Geschützte Attraktionen

Kaibitz. (ak) Hammerwerk, Schlossgut-Kuchl, alte Eiche: Mit diesen drei unter Denkmal- und Naturschutz stehenden Attraktionen rund ums Schlossgut Kaibitz beteiligen sich die Kulturfreunde am Tag des offenen Denkmals. Am Sonntag, 13. September, lässt sich Familie Eibisch hinter ihre baulichen Fassaden blicken. Neben Gebäuden und einem Naturdenkmal erfahren Besucher mehr über die Geschichte Kaibitz', Bewohner, Handwerk und Natur.

Im Bereich der alten Kunstmühle befand sich nach dem 30-jährigen Krieg ein bis zum Ende des 18. Jahrhunderts mit dem Fallbachgraben betriebenes Hammerwerk. In Kaibitz war eines von sechs Nebenwerken ansässig. Hier wurden vornehmlich Rohre gefertigt und im laufenden Wasser gebohrt, Läufe geschliffen. Im 18. Jahrhundert waren ein Brauhaus, Papierfabrik, Mahlmühle, Glasschleife und Hofschmiede ansässig. Die Geschichte des Hammers und der Waffenmanufaktur wird in der alten Kunstmühle durch den Kemnather Waffenexperten Josef Leypold näher beleuchtet. Zudem kann jeder Besucher die aus seiner Sammlung entliehenen Waffen selbst in die Hand nehmen.

Die ehemalige Wirtschaftskuchl des Schlossguts ist eines der ältesten Gebäudeteile des ehemaligen Schlosses, das aktuell Ernst und Helene Eibisch bewohnen. Darin zu sehen ist ein in unserer Gegend rares Kreuzgewölbe. Darin wurden vor der Nutzung als Küche Tiere geschlachtet.

In der Kuchl erwartet Betti Mayer aus Kaibitz die Besucher und erzählt aus ihrem Leben. Die heute 92-Jährige war Angestellte auf dem Schloss und führte als "Mädchen für Alles" den Haushalt des Schriftstellers und Drehbuchautors Erich Ebermeier ("Die Mädchen vom Immenhof"). Musikalisch unterhält das KEM-Trio.

Die im Besitz der Eibischs befindliche Ehrenurkunde bezieht sich auf eine alte Eiche am alten Feldweg nach Fortschau. Die Urkunde wurde 1962 vom damaligen Regierungspräsidenten Dr. Georg Zitzler unterzeichnet. Entsprechend des Urkundentexts wurde dieses Naturdenkmal auf Anordnung vom 6. Dezember 1938 wegen seiner besonderen Bedeutung für die Allgemeinheit unter Naturschutz gestellt. Das Alter der ehrwürdigen Eiche wird auf fünf- bis sechshundert Jahre geschätzt. Der Durchmesser des Stammes, der eine Krone mit einer Höhe von rund 15 Metern trägt, misst 2,10 Meter.

Den Bezug des Handwerks zur Natur und den Rohstoff Holz stellt eine Ausstellung von Schnitzer Hermann Mayer aus Kaibitz her. Er stellt seine Kunstwerke im mittelalterlichen Zelt zwischen der Schlossgutkapelle und der Eiche aus und führt seine Schnitzkunst vor. Nach Recherchen von Helene Eibisch steht die Kapelle möglicherweise am Eingang eines Burgstalls, über dessen Geschichte nichts bekannt ist.

Der Burgstall bestand aus einer kleinen Insel, die in einem halbkreisförmigen Teich liegt. Jetzt steht dort eine neugotische Marienkapelle, deren Weihe auf 1822 datiert wird. Laut Historiker Ehrentaler stand die Kapelle bereits vor der Reformation. Sie sollte auf Geheiß der Bayerischen Landesherren zerstört werden. Davor rettete sie Freiherr von Locher, indem sie in einen Obstdörrofen umfunktioniert wurde. Die Kaibitzer Gläubigen ziehen von 1. bis 31. Mai täglich zur Kapelle und beten den Rosenkranz mit Litanei und Marienlied.

Die Besichtigungstour beginnt um 14 Uhr zum Thema Kaibitzer Hammerwerk, um 14.30 Uhr in der Gutshofkuchl und um 15 Uhr an der alten Eiche.
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