Anna zwinkert mit den Augen

Ulrich Korb hat es sich im offenen Gewölbe von "Anna liebt Brot und Kaffee" gemütlich gemacht. Der Geschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) lebt und liebt seinen Job.

Dass wir uns heute in Carl von Jenas schickem Selbstbedienungs-Café treffen, ist natürlich kein Zufall. Korb ist vom Konzept des Sprechers der Altstadtgastronomen angetan: "Die hausgemachten Kuchen sind aller Ehren Wert", lobt er den Dehoga-Vorstandskollegen, "und es wird ständig frisch gebacken." Das Brot im Titel verdankt die Minikette (Schnupfe, Regensburg Arcaden und Ingolstadt) dem Schnittenkonzept mit den hervorragenden Aufstrichen.

Und für uns arme Sünder nicht das geringste Argument: "Der Raucher kann im offenen Innenbereich sein Zigarillo paffen." Bleibt die Frage: "Warum Anna?" Korb schaut fassungslos. "Der Herda stellt immer Fragen", forscht der Experte in seinem Gedächtnis, "es wird schon eine Anna im Leben der Jenas gegeben haben".

Oder um es mit den Worten des Besitzers zu sagen: ",Anna liebt Brot und Kaffee' steht für ein Augenzwinkern - dass wir nicht nur mit Leidenschaft Brot und Kaffee zubereiten, sondern, dass wir tatsächlich lieben, was wir tun." Ja, die Liebe zu den wirklich guten Dingen leitet "Anna". Einfach gut: schlicht Brot und Kaffee, aber mit Liebe zubereitet. Kein Werbespruch, sondern ein Versprechen.

Schnupfe nach dem Kaffee

Die Location in der "alten Schnupftabakfabrik" trägt wesentlich zur nostalgisch-mondänen Atmosphäre bei. Die "Schnupf", eines der größten mittelalterlichen Gebäudekomplexe aus dem Mittelalter, war Wohnhaus reicher Kaufleute, Repräsentationsbau und seit dem 18. Jahrhundert bis 1998 Schnupftabakfabrik der Gebrüder Bernard - vor dem Krieg mit 350 Mitarbeitern die Größte in ganz Deutschland. Von hier eroberte der "Schmalzler Franzl" halb Europa. Die "Alchimistenküche", in der die Tabakmischungen entstanden sind, ist heute Museum und kann von Freitag bis Sonntag jeweils um 14.30 Uhr besichtigt werden. Karten für die Führungen gibt's im Café.

Früher gehörte das Lokal zur Aran-Kette, jetzt kämpft der Besitzer im Interesse von Gastronomen und Innenstadtbewohnern um einen fairen Ausgleich zwischen Partylaune und Schlafbedürfnis. "Herr von Jena hat wesentlich mit dazu beigetragen, die Freisitzproblematik zu entschärfen", sagt Korb. Nicht entschärfen können wir auch in diesem Gespräch die Krise des SSV Jahn - immer ein brandheißes Thema aller Stammtische. "Ich les' scho immer, was du schreibst", sagt der Fußballlehrer Korb. "Und leider stimmt's meistens auch." (mehr dazu auf Seite 13)
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