Anonyme Streetart-Künstlerin
Barbara, die Sprücheklopferin

Ihre Plakate sind unter anderem durch Facebook in ganz Deutschland bekannt: Unter dem Pseudonym Barbara kommentiert die Künstlerin auf Mülleimern, Zäunen und Litfasssäulen die Lage der Nation. Bild: dpa

Wer oft auf Facebook unterwegs ist, kennt sie: "Barbara." hat sich mit Plakaten und Schildern eine große Fangemeinde im Internet aufgebaut. Wer hinter dem Namen steckt, ist geheim.

Berlin. Ihre Werke werden ebenso gefeiert wie prämiert - aber kaum jemand weiß, wer sie ist. "Barbara." - so die offizielle Schreibweise - hat es in den vergangenen beiden Jahren zur vielleicht meistbeachteten Straßenkünstlerin Deutschlands gebracht. Ihre Identität hält sie jedoch bewusst geheim. Barbaras Straßenkunst wurde jüngst mit dem Grimme-Online-Award ausgezeichnet.

Verletzte Gefühle


Ihr Spezialgebiet: Die Bearbeitung von Schildern - oder die Reaktion darauf. Bekannt wurde sie mit der Botschaft "Dieser Befehlston verletzt meine Gefühle". Diese hing unter einem Straßenschild mit der Aufschrift "Bekleben verboten". Das Typische für Barbaras Streetart: Weiße Schrift auf schwarzem Grund. Für Aufsehen sorgte jüngst eine Open-Air-Ausstellung mit rund 100 ihrer gesellschaftskritischen Werke am Boxhagener Platz in Berlin. Glaubt man ihrem Facebook-Auftritt, war sie sogar persönlich dort. Aber auch hinterher ist niemand schlauer, wer sich hinter dem Pseudonym verbirgt. Eine Frau, ein Mann? Oder ein Kollektiv?

Auch der Verlag ahnungslos


Selbst beim Verlag Bastei Lübbe, der einen Sammelband ihrer Werke veröffentlichte, weiß niemand, wer Barbara wirklich ist. "Alles lief inkognito ab, sie wollte sich auch uns nicht offenbaren", erzählt Referentin Sarah Fusshoeller. Kommuniziert wurde über Vermittler. Mittlerweile ist Barbara ein Internet-Hit. Rund 460 000 Menschen folgen ihrem Facebook-Profil. Ihre Themen sind grün und linksorientiert, richten sich gegen Homophobie und Hooligans, prangern Missstände etwa in der Agrarpolitik an. Sie sollen aber vor allem ein Zeichen gegen Fremdenhass und Rechtspopulismus setzen.

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Barbara bei Facebook:

www.facebook.com/ichwillanonymbleiben
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