Anschlag in New York
Ermittler: Kein Terrorakt

Am Tag nach der Explosion im New Yorker Stadtteil Chelsea arbeiten Sicherheitskräfte mit Hochdruck an der Aufklärung der Tat. Bild: dpa

Kurz nach dem 15. Jahrestag der Terroranschläge in den USA lässt eine Explosion in einem Szeneviertel von New York schlimmste Erinnerungen wach werden. Schnell stellt sich aber heraus, dass es sich wohl nicht um einen Terrorakt handelt.

New York. (AP) Eine Explosion hat am Wochenende ein beliebtes New Yorker Szeneviertel erschüttert. 29 Menschen wurden überwiegend leicht verletzt. Gouverneur Andrew Cuomo erklärte am Sonntag, es gebe keine Hinweise auf eine Verbindung zum internationalen Terrorismus. Auch Bürgermeister Bill de Blasio schloss einen Terrorakt aus, sagte am Samstagabend (Ortszeit) jedoch, es handele sich um "einen vorsätzlichen Akt". Täter und Motiv blieben aber zunächst unbekannt. Alle Verletzten wurden laut Cuomo bis zum Sonntag wieder aus dem Krankenhaus entlassen. Ein weiterer verdächtiger Gegenstand, der nur wenige Blöcke vom Tatort entfernt entdeckt worden war, wurde am Sonntagmorgen gefahrlos beseitigt.

De Blasio bleibt cool


De Blasio erklärte, New York City habe einen sehr schlimmen Zwischenfall erlebt. Doch gebe es aktuell keine konkrete Bedrohungslage. Eine Verbindung zu einer wenige Stunden zurückliegenden Rohrbombenexplosion im Nachbarstaat New Jersey bestehe ebenfalls nicht. Auch Cuomo erklärte, der Sprengsatz unterscheide sich offenbar von dem in New Jersey. Was immer der Grund und die Absicht gewesen sei, "New Yorker lassen sich nicht einschüchtern", erklärte de Blasio.

Der Zwischenfall in New York ereignete sich am Samstag gegen 20:30 Uhr (Ortszeit) im Bezirk Manhattan im Szeneviertel Chelsea nahe einer Ausgehmeile mit vielen Restaurants. Augenzeugen berichteten, die Explosion habe Fenster zum Bersten gebracht, Trümmer seien umhergeflogen. Beamte der Bundespolizei FBI und des Heimatschutzministeriums waren vor Ort.

Wieder Schnellkochtopf


Ein Polizist sagte, die Explosion sei vermutlich durch einen vor einem Gebäude liegenden Baukasten mit Werkzeugen ausgelöst worden. Fotos zeigten einen zerbeulten schwarzen Metallkasten. Ein Beamter sagte der Nachrichtenagentur AP später, dass vier Blocks weiter offenbar ein verdächtiger Schnellkochtopf mit Verdrahtung und einem Handy entdeckt und untersucht worden sei. Demnach wurde die Vorrichtung in einer Plastiktasche gefunden. Der Gegenstand wurde mit Hilfe eines Roboters entfernt und zu einem Schießplatz transportiert.

Der aus Dallas stammende Chris Gonzalez aß mit Freunden in der Gegend zu Abend, als es zur Explosion kam. "Wir spürten es, wir hörten es, im Restaurant wurde es ruhig", sagte der 26-Jährige. Rudy Alcide, ein Türsteher im Vanity Nachtclub wenige Straßenzüge entfernt, sagte, zuerst habe er gedacht, etwas Großes sei heruntergefallen. "Es war ein extrem lauter Krach, alles wackelte", sagte er.

Erst wenige Stunden zuvor war kurz vor einem Wohltätigkeitswettlauf zugunsten von Marinesoldaten und Seemännern im Ort Seaside Park im Staat New Jersey eine Rohrbombe explodiert. Verletzt wurde laut der Polizei niemand.

"Allahu Akbar"-Rufe


Einen weiteren Zwischenfall gab es am Samstagabend in einem Einkaufszentrum der Stadt St. Cloud im US-Staat Minnesota. Dort verletzte ein Mann acht Menschen mit einem Messer. Nach dem Überfall wurde der mutmaßliche Täter von einem Polizisten erschossen, wie die Behörde mitteilte. Der Angreifer habe bei seinem Angriff "Allahu Akbar" gerufen. Der Attentäter soll ein Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat gewesen sein. Das IS-Sprachrohr Rasd bezeichnete den Mann am Sonntag als einen "Soldaten des Islamischen Staates".
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