Apps und Assistenten

Äußerlich hat sich der neue Sharan kaum verändert. Dass der Vorgänger dennoch alt ausschaut, liegt vor allem an den vielen neuen Assistenz-, Infotainment- und Konnektivitäts-Systemen. Bild: VW

VW bringt seinen Van-Bestseller Sharan auf den neuesten Stand: Zum 20. Geburtstag erhält der Familien-Freund neue Motoren und zusätzliche Helferlein. Und noch ein paar andere Neuigkeiten.

Bei Volkswagen spricht bewusst niemand von einem Facelift.Nicht mal die sonst üblichen Retuschen an Kühlergrill und Scheinwerfer gibt es zu sehen. Einzig die Rückleuchten tragen nun eine LED-Signatur. Das war's. Oder nein, es gibt neue Leichtmetallfelgen sowie die zwei Metallic-Lackierungen "Hudson Bay Blue" und "Crimson Red", die jeweils von den speziell zur Markteinführung und exklusiv ausgestatteten Sondermodellen Sharan "Ocean" und "Beach" getragen werden.

Auch im Interieur das gleiche Bild. Drei neue Dekore in Silber, Klavierlack oder Eichenholz peppen Schalttafel und Türverkleidungen auf. Nach wie vor wird der 4,85 Meter lange Sharan als Fünf-, Sechs- oder Siebensitzer angeboten, immer mit zwei Schiebetüren und bis zu 2430 Liter Stauraum.

Vorgänger schaut alt aus

Die wesentlichen Neuerungen gibt es bei den Assistenz-, Infotainment- und Konnektivitäts-Systemen, ohne die der Vorgänger recht alt aussah. Bei den elektronischen Helferchen darf der Käufer nun, mit entsprechendem Extra-Euro-Einsatz, aus der Fülle des Wolfsburger Angebots wählen. So scannt der Wagen unter anderem mit dem "Front Assist" permanent sein Umfeld, passt automatisch Tempo und Distanz an und zieht unter 30 km/h die City-Notbremse (680 Euro) und warnt vor Autos im Toten Winkel und Querverkehr beim Rückwärtsfahren (420 Euro). Die Liste der optionalen Assistenten ist lang und treiben den Preis des Wagens in die Höhe. Zusätzlicher Haken dabei: viele Systeme sind nur in Verbindung mit anderen Optionen oder ganzen Paketen bestellbar.

Ähnliches gilt für das neue Infotainment-System "Volkswagen Media Control" und "App-Connect". Es ermöglicht durch simples Einstöpseln des Smartphones plus der geeigneten Zugänge (Apple CarPlay, AndroidAuto, MirrorLink) intuitiv und einfach die Darstellung, Bedienung und Kombination vieler App-Funktionen wie Navigation, Telefon, Textnachrichten und Sprachsteuerung.

Dargestellt werden sie über den bordeigenen 6,5 Zoll-Touchscreen. Den gibt es jedoch nur mit dem Navisystem "Discover Media" für 555 Euro extra, das wiederum mit Tablet-Bedienführung inklusive Fingerspreiz-Zoom und Annäherungssensorik ausgestattet ist.

Bei der Motorenauswahl bleibt es bei zwei TSI-Benzinern und drei TDI- Diesel, die nun alle die Euro 6-Abgasnorm erfüllen. Die TSI leisten 150 PS aus 1,4 Liter Hubraum und 220 PS aus 2,0 Litern. Bei den einheitlich 2,0 Liter großen TDI reicht das Spektrum von 115 bis 184 PS.

Ein guter Kompromiss aus Leistung, Kosten und Kombinationen ist der mittlere Selbstzünder mit 150 PS. Er ist ab 34.950 Euro in drei Ausstattungen und optional mit Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe ab 37.175 Euro statt der standardmäßigen Sechsgang-Handschaltung zu haben. Als einzige Motorisierung gibt es den mittleren Diesel ab 37.050 Euro außerdem mit dem Allradantrieb "4Motion". Der 150-PS-Selbstzünder schiebt mit maximal 340 Nm Drehmoment ab 1 750 Touren kräftig und durchaus hörbar an, wobei Arbeits- und Fahrgeräusche sich bald die Waage halten.

Das Fahrwerk ist sehr komfortabel ausgelegt, für 1150 Euro extra kann der Fahrer per Knopfdruck zwischen Fahrmodi mit einer komfortablen, sportlichen oder normalen Abstimmung wählen. Die Lenkung ermöglicht ein gutes Handling und lässt ein Stück weit vergessen, dass man einen 1,72 Meter hohen und 1,90 Meter breiten Van dirigiert. Den Verbrauch gibt VW mit 5,0 Liter (130 g/km CO2) an, was nach den Testfahrten nicht unrealistisch erscheint - vorausgesetzt, man hat nicht zu viel geladen. Serienmäßig fahren alle Sharan mit Stopp-Start-System und Bremsenergie-Rückgewinnung. (mid)
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