Architekt hilft bei der Einsichtnahme
Bebauungsplan?

Der Architekt kann aber auch bei einem anderen wichtigen Schritt behilflich sein. Bevor ein Käufer ein Grundstück erwirbt, sollte er unbedingt dessen Bebauungsplan einsehen. Erst dieser Plan weist Rohbauland zu Bauland aus, das tatsächlich sofort bebaut werden darf. Gleichzeitig legt er fest, welche Art von Gebäude hier gebaut werden darf - also wie viele Etagen, welche Dachneigung, welche Grenzflächen erlaubt oder verpflichtend sind.

Falls kein Bebauungsplan vorliegt, kann eine kostenpflichtige Bauvoranfrage an das Bauamt gestellt werden. "Die sollte man unbedingt abwarten oder aber in den Kaufvertrag eine Klausel einfügen, die festlegt, dass der Verkäufer die gewünschte Bebauung zusichert", rät Dirk Wohltorf vom Immobilien Verband Deutschland (IVD). "So kann man zur Not vom Vertrag zurücktreten, falls sich das eigene Bauvorhaben als nicht realisierbar erweist. Ansonsten kauft man ein Stück Boden ohne Zusicherung von irgendwas."

Auch nach Erschließungskosten sollte sich ein Interessent vor dem Kauf eines Grundstücks bei der Gemeinde erkundigen. Ist es bisher nicht voll erschlossen oder sind die Kosten für die Verlegung des Verteilungsnetzes von Wasser, Strom, Abwasser, Telefon und Kabel noch nicht abgerechnet worden, wird der Bauherr unter Umständen noch einmal kräftig zur Kasse gebeten.

"Manchmal wird erst Jahre später abgerechnet", berichtet Dirk Wohltorf. "Deshalb sollte man sich auf jeden Fall so absichern, dass im Zweifelsfall der Verkäufer und nicht man selbst als Käufer haftbar gemacht wird."

Nicht minder wichtig ist das Studieren des Flächennutzungs- und Verkehrsplans der Gemeinde, um zu wissen, dass nicht plötzlich ein riesiger Supermarkt vor der eigenen Tür entsteht oder sich eine vierspurige Straße durch das idyllische Örtchen frisst.

Natürlich können solche Pläne auch irgendwann geändert werden, schränkt Wohltorf ein. Eine gewisse Sicherheit bieten sie aber trotzdem. "Baut man zum Beispiel in einem reinen Wohngebiet, ist man vor Läden und Kneipen auf jeden Fall sicher", so Beate Bühl.

Dennoch sollte die Entscheidung für oder gegen ein Grundstück nicht nur nach rationalen Gesichtspunkten gefällt werden. "Der Bauch muss mitspielen", betont Dirk Wohltorf und warnt davor, sich von irgendwem "bequatschen" zu lassen. "Nur wenn man sich in ein Grundstück auf Anhieb verliebt, wird man dort auch den Rest des Lebens glücklich werden." (tmn)
Weitere Beiträge zu den Themen: Bebauungsplan (4090)August 2015 (7425)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.