Architekt kann lokale Erfahrungen einbringen
Erst Informationen einholen

Auch die Bodenbeschaffenheit und eventuelle Altlasten in der Erde durch frühere Bauten spielen eine große Rolle, so Verbraucherschützer. Erhöhte Grundwasserspiegel können spezielle Isolierungen erforderlich werden lassen, das Beseitigen von Altlasten kann kostspielig werden - und auch felsiger Untergrund oder das Bauen am Hang schlagen mitunter teuer zu Buche.

Andererseits kann gerade eine windgeschützte Hanglage später Energiekosten senken. "Hier kommt dann wieder der Architekt ins Spiel", sagt Maria Weig. "Der hat mit den Böden in dieser Gegend meist seine Erfahrung und kann früh einschätzen, ob Mehrkosten kalkuliert werden müssen, und inwiefern die sich später rechnen."

Blick in den Bebauungsplan

Der Architekt kann aber auch bei einem anderen wichtigen Schritt behilflich sein. Bevor ein Käufer ein Grundstück erwirbt, sollte er unbedingt dessen Bebauungsplan einsehen. Erst dieser Plan weist Rohbauland zu Bauland aus, das tatsächlich sofort bebaut werden darf. Gleichzeitig legt er fest, welche Art von Gebäude hier gebaut werden darf.

Auch nach Erschließungskosten sollte sich ein Interessent vor dem Kauf eines Grundstücks bei der Gemeinde erkundigen. Ist es bisher nicht voll erschlossen oder sind die Kosten für die Verlegung des Verteilungsnetzes von Wasser, Strom, Abwasser, Telefon und Kabel noch nicht abgerechnet worden, wird der Bauherr unter Umständen noch einmal kräftig zur Kasse gebeten.

"Manchmal wird erst Jahre später abgerechnet", berichtet Dirk Wohltorf aus leidvoller Erfahrung. "Deshalb sollte man sich auf jeden Fall so absichern, dass im Zweifelsfall der Verkäufer und nicht man selbst als Käufer haftbar gemacht wird."

Nicht minder wichtig ist das Studieren des Flächennutzungs- und Verkehrsplans der Gemeinde, um zu wissen, dass nicht plötzlich ein riesiger Supermarkt vor der eigenen Tür entsteht oder sich eine vierspurige Straße durch das idyllische Örtchen frisst.

Gewisses Maß an Sicherheit

Natürlich können solche Pläne auch irgendwann geändert werden, schränkt Wohltorf ein. Eine gewisse Sicherheit bieten sie aber trotzdem. "Baut man zum Beispiel in einem reinen Wohngebiet, ist man vor Läden und Kneipen auf jeden Fall sicher", so Beate Bühl. Dennoch sollte die Entscheidung für oder gegen ein Grundstück nicht nur nach rationalen Gesichtspunkten gefällt werden.

"Der Bauch muss mitspielen", betont Dirk Wohltorf und warnt davor, sich von irgendwem "bequatschen" zu lassen. "Nur wenn man sich in ein Grundstück auf Anhieb verliebt, wird man dort auch den Rest des Lebens glücklich werden." (tmn)
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