Artenschwund durch Maiskulturen

Zum Artikel "Todesstoß fürs Land" vom 23. Januar:

Es ist wirtschaftlich verständlich, dass die Betreiber von Biogasanlagen die jüngsten "Gabriel-Vorschläge" zur Energiewende bzw. zur Eindämmung der Kosten derselben ablehnen. Jedoch gleich wieder existenzgefährdende Szenarien herauf zu beschwören, halten wir für massiv übertrieben.

Gerade in unserer Region zeigt sich, dass flächenmäßig immer weiter zunehmende Mais-Monokulturen unsere Landschaft stark beeinträchtigen. Das gilt nicht nur für das Landschaftsbild, das sehr wichtig für die Erholung der Bevölkerung und den Tourismus einer Region ist.

Leider wird mit den Mais-Monokulturen auch die Artenvielfalt, Tiere und Pflanzen der offenen Lebensräume, in erheblichem Maße beeinträchtigt. Viele der typischen Arten sind mittlerweile auf der "Roten Liste gefährdeter Tier- und Pflanzenarten" zu finden. Die Überschrift des Artikels im NT vom "Todesstoß fürs Land" kann man durchaus auch so interpretieren.

Im Zusammenhang mit Biogas weniger bekannt ist vielleicht auch die Tatsache, dass etliche unserer Landwirte immer mehr und immer größere Flächen im benachbarten grenznahen Tschechien für Maisanbau dazu pachten und somit auch dort für Artenschwund sorgen. Und nicht unerheblich dürfte auch die Tatsache sein, dass bis zu 85 Prozent der Biogasanlagen im Laufe der Zeit undicht werden und somit wieder jede Menge Treibhausgase ausscheiden. Hier fehlen die entsprechenden Vorschriften, Kontrollen und Fachkunde-Anforderungen.
Für eine gelungene Energiewende ist unserer Meinung nach ein gesunder Mix aus allen bei uns sinnvollen regenerativen Energieformen erforderlich, also Biogas, vornehmlich aus Grüngutabfällen und unter Ausnutzung der Restwärme der Anlagen, Windkraft, wo artenschutzrechtlich möglich und Photovoltaik, an unsere Breiten angepasst.

Dabei sollte die Gewinnung alternativer Energien schwerpunktmäßig in der Region und für die Region stattfinden.

Simone Schaller und Sieglinde Plödt in Vertretung der Agenda 21-Gruppe Weiden-Neustadt/WN
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