Auch Kinder waren im Lager

"Wir sind frei, wir sind frei!" Dass Eva Kor diese Worte hörte, ist sehr viele Jahre her. Damals war sie ein Kind und kam aus dem Lager Auschwitz frei. Dort wurde sie gefangen gehalten. Sie hatte Glück zu überleben. Denn in dem Lager wurden viele Menschen umgebracht.

Januar ist für Eva Kor ein besonderer Tag. Es ist der Tag, an dem für sie vor 70 Jahren wieder die Freiheit begann. Damals war sie elf Jahre alt. Eva Kor und ihre Zwillingsschwester Miriam waren Kinder. Für einige Zeit waren sie im Konzentrationslager Auschwitz eingesperrt - bis zum 27. Januar des Jahres 1945.

Soldaten gesehen

"Eine Frau rannte in die Baracke und schrie immer wieder: Wir sind frei, wir sind frei!", erzählt Eva Kor heute über den Tag der Befreiung. "Ich konnte es gar nicht glauben. Miriam und ich schauten aus dem Fenster unserer Baracke, bis wir ganz viele Menschen kommen sahen, Soldaten in weißen Uniformen."

Die Soldaten konnten kaum fassen, dass in dem Lager auch Kinder gefangen waren. "Sie haben uns Kekse gegeben und Schokolade, und sie haben uns umarmt", erzählt Eva Kor. "Wir waren so hungrig, und wir haben uns so nach ein bisschen Freundlichkeit und Zuneigung gesehnt."

Heute ist Eva Kor 81 Jahre alt. An die Zeit in Auschwitz hat sie schlimme Erinnerungen. Denn die Nationalsozialisten und ihre Unterstützer brachten in dem Lager viele Menschen um. Die Nationalsozialisten hatten viele Jahre das Sagen in Deutschland. Eva Kor erinnert sich an Hunger und Kälte, auch an viele Schmerzen.

Nach der Befreiung wollten Eva Kor und ihre Schwester nur noch nach Hause. Sie waren die Jüngsten ihrer Familie. Aber es war niemand mehr da: Ihre Mutter, ihr Vater, die beiden großen Schwestern, die Großeltern, Onkel und Tanten - alle waren tot.

Heute lebt Eva Kor im Land USA. Sie hat immer wieder von Auschwitz erzählt: ihren eigenen Kindern, aber auch vielen fremden Leuten. "Die Menschen müssen sich erinnern", sagt sie. "Nur so können wir dafür sorgen, dass so etwas nicht wieder passiert."

Noch einmal zurück

Mit ihrem Sohn Alex ist Eva Kor am Dienstag an den Ort zurückgekehrt, an dem sie so Grausames erlebte. Sie wollten den Tag der Befreiung feiern - und das Leben, das danach neu beginnen konnte. (dpa)
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