Audi erfindet die Stufenhecklimousine in der Kompaktklasse neu
Garantiert ohne Wackeldackel

Nur 4,46 Meter lang ist die Limousine des Audi A 3. Sie hält damit Respektabstand zum größeren Bruder A 4, bietet aber dennoch viel Platz für Passagiere und Gepäck. Bild: Audi

Stufenhecklimousinen gelten gemeinhin als bieder, wenn nicht gar als spießig. Nach dem Motto: Wer Jetta fährt, platziert auch eine gehäkelte Klorolle auf die Hutablage. Oder einen Wackeldackel. Ausgerechnet Audi, die Marke fürs Trendige und Schicke, will mit diesen bösen Vorurteilen jetzt aufräumen und platziert in der Kompaktklasse den A 3 als Limousine.

Freilich: Den deutschen Markt haben die "Herren der Ringe" dabei weniger im Visier. Sie denken vielmehr an China und die USA, denn dort sind die klassischen Auto-Formen nicht mit dem Langweiler-Image behaftet und mithin begehrt.

Audi wäre nicht Audi, würde man dem A 3 einfach einen Kofferraum anpappen. Im Gegenteil: Die Limousine wirkt schon fast wie ein Coupé; die Überhänge sind knapp, das Heck ist knackig und der Platz im Innenraum sowie im Gepäckabteil fast schon üppig. Und obwohl der Neue gehörigen Größenabstand zum Bruder A 4 hält (kommt 2015 neu), könnte er so manchen Käufer dieses Modells zum "Downsizing" anregen.

Über den hohen Qualitätsanspruch der Ingolstädter bei der Gestaltung von Schaltern, Hebeln, Luftauslässen und Armaturen ist alles geschrieben worden, und daran ändert sich auch mit der Limousine des kompakten A 3 nichts. Es genügt ein Adjektiv, und das heißt perfekt.

Aber: Was Audi in Sachen Vernetzung und Infotainment anstellt (und sich auch teuer bezahlen lässt), hebt diese Klasse schon in eine neue Dimension. 2725 Euro kostet das MMI-Navigation-plus-System mit 64-Gigabyte-Festplatte, DVD-Laufwerk und Ganzwort-Sprachbedienung. Detaillierte 3-D-Grafiken stehen satt im 7-Zoll-Monitor, ab November zieht LTE-Technik für schnelle Internet-Verbindungen erstmals in ein Auto überhaupt ein.

Hi-Tech aus der Oberklasse

Wer nochmals 500 Euro für "Connectivity" investiert, kann den Passagieren einen WLAN-Hotspot zur Verfügung stellen, erhält Verkehrsnachrichten in Echtzeit oder Infos über billige Tankstellen und freie Parkplätze. Der A 3 kann dann E-Mails vorlesen, über Spracherkennung diktierte SMS verschicken und Musik aus dem I-Pad empfangen. Features, die vor allem junge und technik-affine Menschen ansprechen werden.

Die ab September erhältliche Limousine wird im ungarischen Györ gebaut. Dort hat Audi bislang nur Motoren produziert, jetzt ist das Werk zu einer vollständigen Produktionsstätte ausgebaut worden.

Zum Start bietet Audi die A 3-Limousine mit zwei Benzin- und einem Dieselantrieb an. Der 1.4 TFSI mit serienmäßiger 7-Gang-S-tronic kostet ab 27 400 Euro. Sein 4-Zylinder mit 1395 Kubikzentimeter Hubraum leistet 140 PS und liefert ein maximales Drehmoment von 250 Newtonmeter. Den Durchschnittsverbrauch gibt Audi mit 4,7 Liter an; das entspräche einem CO2-Ausstoß von 109 Gramm. "Cylinder on demand" nennt Audi die in diesem Fahrzeug serienmäßig verfügbare Technologie der temporären Zylinderabschaltung bei geringer Leistungsanforderung.

Zylinder schalten sich ab

Zweiter Benziner im Bunde ist der 180 PS starke 1.8 TFSI für 29 600 Euro. Auf eine Leistung von 150 PS und 320 Nm bringt es der 2-Liter-Diesel 2.0 TDI, der nur 4,1 Liter verbrauchen soll (107 Gramm CO2) und ab 28 100 Euro kostet. Das Einstiegsmodell, einen handgeschalteten Benziner mit 122 PS für 24 300 Euro, schiebt Audi etwas später nach.
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