Auf Oberpfälzer Straßen: Unser Autor erzählt von seinen Erfahrungen als "begleitender Beifahrer"
Tochter, ich begleite dich!

Ach ja, das waren noch Zeiten - als man ganz selbstverständlich hinter dem Steuer Platz genommen und die gesamte Familie als Herr über Geschwindigkeit und Streckenverlauf herumkutschiert hat. Bis, ja bis es vor vier Jahren möglich gemacht worden ist ... das begleitete Fahren! Spätestens dann stellt man fest: Das kleine Kind ist gar nicht mehr so klein, sondern 17 Jahre alt und hat gerade seinen Führerschein bestanden. Glückwunsch! Ab jetzt gilt das begleitete Fahren für die Tochter und das begleitete Beifahren für den Vater. Ein Lernprozess. Für beide.

Lassen Sie uns über Egoismus sprechen. Als leidenschaftlicher Autofahrer fällt es einem natürlich schwer, am Beifahrersitz Platz zu nehmen. Ende. Das war's schon mit dem Egoismus. Denn immerhin geht es hier um nicht weniger, als die ersten Erfahrungen des Autofahrens der Tochter. Ganz ohne Fahrlehrer. Ganz in alleiniger Verantwortung. Das macht stolz. Und man darf hautnah dabei sein. Ja, darf. So kann man es nämlich auch sehen.

Jaja. Sie haben ja Recht. Es gab und gibt Fahrten, die sind so klischeehaft wie wahr: "Du fährst zu weit rechts." "Gar nicht." "Doch." "Ich bin noch ewig weit weg." "Gleich quietscht der Reifen am Bordstein entlang." "Ruhe, jetzt! Ich fahr!" Ein Lernprozess. Wie gesagt. Für beide.

Oder nehmen wir die Nächte. Jetzt, da das begleitete Fahren nahtlos in einen regulären Führerschein übergegangen ist, liegt man nachts nicht voller Angst wach, wenn die Tochter mit dem Auto noch nicht zu Hause ist. Man weiß, sie fährt vorsichtig, umsichtig, man war ja selbst dabei und konnte es beobachten. Und ganz ehrlich: Eigentlich ist sie auch nie wirklich zu nahe an den Bordstein herangekommen.
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