Auf zur See!

Die Wikinger waren ein Volk von Seefahrern. Obwohl sie nur einfache Werkzeuge hatten, bauten sie tolle und zum Teil auch große Schiffe. Wie haben sie das nur gemacht?

Wir reisen in der Zeit zurück, gut 1000 Jahre. Der Ort: eine Wikinger-Siedlung. Heute würde sie hoch oben im Norden Deutschlands liegen. Man sieht kräftige Männer, die mit donnernden Axtschlägen in einem Wald Bäume fällen. Es ist Winter. Jetzt ist die beste Zeit für die Wikinger, Holz zum Bau ihrer Schiffe zu besorgen. Denn über den hartgefrorenen Boden können die Pferde die Stämme aus dem Wald heraus zur Helling ziehen.

Helling heißt der Platz, an dem die Schiffe gebaut werden. Zuerst schlagen die Männer dort Planken aus den Baumstämmen. Das sind flache Bretter, aus denen später die Schiffsrümpfe gemacht werden. Eine mühsame Arbeit!

Holz in Form bringen

Einer der Männer greift nach einer Dechsel, einem besonderen Werkzeug. Breitbeinig stellt er sich über eine der rohen Planken und holt aus. Mit kräftigen Schlägen bringt er das Holz in Form. Bald ist es Zeit, Kiel und Steven zu errichten. Der Kiel liegt ganz unten am Schiff. Der Holzbalken reicht von vorne nach hinten. An den Enden des Kiels schließen sich die Steven an. Sie sind nach oben gebogen und ragen aus dem Wasser heraus. An einem Gestell auf der Helling werden Kiel und Steven aufgerichtet.

Dann montieren die Männer die Planken an den Seiten des Schiffes. Die erste Planke wird am Kiel befestigt. Dann wird eine über der anderen mit eisernen Nägeln angebracht. Die Planken überlappen sich dabei ein wenig. So wächst das Schiff von unten nach oben. Auch Sitze für die Ruderer werden eingebaut.

Mit Teer eingeschmiert

Am Ende müssen noch Steuerruder, Mast und einige andere Dinge im Inneren gefertigt werden. Dann wird das Schiff wasserfest gemacht. Die Männer schmieren es dazu von oben bis unten mit zähflüssigem Teer ein. Sie dichten auch die Lücken zwischen den Planken ab. Dann, endlich, können sie in See stechen. Heutzutage wissen wir viel über den Schiffsbau der Wikinger. Die Wikinger selbst gibt es zwar nicht mehr. Aber Überreste ihrer Siedlungen sind noch erhalten.

Zum Beispiel die ehemalige Siedlung Haithabu im Norden Deutschlands. Heute ist dort ein Museum. Zu sehen gibt es die Reste eines Kriegsschiffes. Vor mehr als 1000 Jahren war es wohl das schnellste Schiff auf der Ostsee. (dpa)
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