Aufräumarbeiten in Ecuador
Mehr als 500 Erdbebentote

Mehr als 50 Überlebende wurden aus den Trümmern gerettet. Mittlerweile stieg die Zahl der Toten durch das Erdbeben auf 525. Mehr als 4600 Menschen wurden verletzt. Bild: dpa

Während weitere Opfer des verheerenden Erdbebens geborgen werden, kommen immer mehr Helfer nach Ecuador - auch aus Deutschland. Die Trinkwasserversorgung ist das größte Problem. Zwei Nachbeben versetzten die Bevölkerung erneut in Schrecken.

Quito. Die Zahl der Todesopfer nach dem Erdbeben in Ecuador ist auf 525 gestiegen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft des südamerikanischen Landes sind 518 der 525 geborgenen Leichen identifiziert worden, darunter mindestens elf Ausländer. Weitere 4605 Menschen wurden verletzt und fast 22 000 kamen in Notunterkünften unter, wie Ecuadors Katastrophenschutz mitteilte. Mehr als 50 Überlebende wurden aus den Trümmern gerettet.

Rund 500 Nachbeben


Nachbeben erschwerten die Arbeiten allerdings. Das Geophysische Institut Ecuadors registrierte am Mittwoch zwei Beben der Stärke 6,2 vor der Küste. Es wurden jedoch keine Schäden verzeichnet. Insgesamt erschütterten rund 500 Nachbeben die Provinzen Manabí und Esmeraldas.

Aus 20 Ländern reisten knapp 1000 Rettungskräfte, Feuerwehrleute und Ärzte nach Ecuador. Auch Helfer aus Deutschland sind im Einsatz: Für die Katastrophenhilfe-Organisation Humedica sind sieben Helfer in der Krisenregion, darunter drei Ärzte.

Für die Bereichsleiterin der Johanniter-Auslandshilfe, Jutta Meissner, ist die Trinkwasserversorgung derzeit das größte Problem. Hinzu kämen hygienische Probleme, die ohne Wasser entstünden. Unicef warnte vor Krankheiten wie Zika, Dengue, Malaria und Chikungunya.

In der größtenteils zerstörten Küstenstadt Pedernales sind die Wasserleitungen völlig zusammengebrochen. Heereseinheiten verteilten Trinkwasser mit Tankwagen. Private Unternehmen liefern täglich mehr als eine halbe Million Wasserflaschen an die Notfallhelfer, berichtete die Zeitung "El Universo" am Mittwoch.

Präsident Rafael Correa schätzte, dass der Wiederaufbau umgerechnet rund 2,6 Milliarden Euro kosten und Jahre dauern werde. Die Summe entspreche drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes von Ecuador. Die deutsche Spendenbereitschaft hält sich laut "Aktion Deutschland Hilft" in Grenzen. Wohl auch, weil es kein "explizites Spendenkonto" gebe.
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