Ausgaben kommen von selbst

Zur Aussage von Manfred Moser (SPD), in den Kümmersbrucker Kindergärten könne man über eine Senkung des Elternbeitrags nachdenken (AZ vom 12. September):

"Prost, Mahlzeit!" kommt einem in den Sinn, wenn man die kurze Bemerkung von Manfred Moser liest. In dem Artikel heißt es, dass die Kindergärten in Kümmersbruck aufgrund der Zuschüsse der Gemeinde Überschüsse erwirtschaften und dies in sinkende Elternbeiträge umgewandelt werden könnte. Richtig ist: Die Gemeinde Kümmersbruck gibt freiwillige Zuschüsse, die bayernweit ihresgleichen suchen müssen. Richtig ist: Mit dem Geld wurde und wird zusätzliches Personal ermöglicht, das letztendlich der Arbeit am Kind zugute kommt. Das war und ist die Absicht der Kommune Kümmersbruck.

Was Herr Moser wissen sollte, ist, dass der Großteil der Finanzierung aller Kindergärten über das sogenannte BayKiBig erfolgt (80 Prozent). Diese Zuschüsse halten seit Jahren nicht Schritt mit den Tariferhöhungen für die Mitarbeiterschaft. Diese Lücke ist vom Träger unter anderem über die Elternbeiträge auszugleichen.

Unternehmen, auch gemeinnützige, sollten solide wirtschaften. Solide wirtschaften heißt, mehr als eine schwarze Null zu erreichen, denn zusätzliche Ausgaben kommen von selbst. Alle Träger, auch die von Kindergärten, müssen nach dem kaufmännischen Vorsichtsgebot planen, handeln und wirtschaften, denn ihnen ist nicht die Möglichkeit gegeben, sich durch Aufnahme von Schulden zu finanzieren. Kommunen können dies (noch), Unternehmen nicht. Somit erweckt die Aussage von Herrn Moser falsche Erwartungen und hat nichts mit der Realität von sozialen Trägern zu tun. Herr Moser sollte das Gespräch mit den Trägern suchen.

Diakon Marcus Keil,Geschäftsführungdes Diakonievereins Amberg
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