Autisten bereichern die Gesellschaft
Briefe an die Redaktion

Zum Artikel "Julians Welt" am 19. Juli:

Herzlichen Glückwunsch, Herr Ziegler zu Ihrer Leistung und viel Erfolg für Ihre Zukunft! Mein Sohn ist Asperger-Autist, hochbegabt und Legastheniker. Um den Cocktail abzurunden, gab es auch noch verschiedene Krankheiten.

Alles hat vor 29 Jahren begonnen. Eine Zeit, in der keiner so recht wusste, was man mit so einem Kind machen soll. Eine Förderung war nur für körperlich-motorische Schwächen vorhanden. Meine persönlichen Recherchen ermöglichten mir damals zum Glück mit sehr verständigen Lehrkräften der Hammerweg- und der Max-Reger-Schule die spezielle Art meines Sohnes zu erklären.

Oft hatte ich das Gefühl, die Erste oder Einzige mit einem so besonderen Kind zu sein. Ich habe nichts ausgelassen, um zu lernen, was hilfreich sein könnte. Der Weg war einsam und schwer, aber von Erfolg gekrönt. Und das ist es, was ich mitteilen möchte. Mein Sohn hat den ersten M-Zug an der Max-Reger-Schule gemacht, dann die Staatliche Berufsfachschule für technische Assistenten für Informatik in Weiden, ILS-Abend-Fernstudium zum Fachinformatiker, Anwendungstechniker neben seiner Berufstätigkeit mit der Abschlussnote 1.2, als IT-Systemelektroniker. Jetzt lebt er seit drei Jahren allein in einer eigenen Wohnung in Berlin. Er ist Mitarbeiter der Firma "Auticon" als Consultant im Bereich Qualitätsicherung.

"Auticon ist speziell für "Aspies" gegründet worden, bekommt einen Preis nach dem anderen, unter anderem auch vom SAP-Konzern.

Es ist gut , dass jetzt mehr Öffentlichkeit und Aufmerksamkeit entstanden ist, um aus den Kindern selbstständige Erwachsene werden zu lassen. Sie haben ein Potenzial, das alle Anstrengung lohnt. Sie sind eine besondere Bereicherung für die Gesellschaft und keine Behinderung.

Rosmarie Münchmeier92637 Weiden

Nicht auf den nächsten Toten warten

Zum Bericht "Biker stirbt im Straßengraben" am 27. Juli:

Verantwortung im Straßenverkehr fordert die Straßenverkehrsordnung im Paragraf 1. Wer sind denn die Verkehrsteilnehmer? Der tote Motorradfahrer? Der leicht verletzte Unfallverursacher? Gibt's da noch andere?

Ich fahre die NEW 32 mehrmals am Tag. Aus dem Kreisverkehr beschleunige ich mäßig, weil an der Abzweigung nach Vohenstrauß ohnehin Tempolimit 70 gilt. Zurecht. Täglich ziehen Autofahrer neben mir raus, um dann gleich abzubremsen. Kräftig Gas geben, nur um dann nicht weiterzukommen? Gas geben hier ist unwirtschaftlich und dumm. Zudem ist die leichte Kurve durch den Wall des Bauhofs der Autobahnmeisterei nicht einsehbar. Überhol ich? Geb ich Gas? Komme ich wieder rein, bevor mir was entgegenkommt?

An den Landkreis wurde der Antrag gestellt, an dieser Strecke ein Tempolimit einzurichten. Abgelehnt. Zu kompliziert für unsere Verkehrsteilnehmer. Warum? Es braucht kein einziges Schild mehr. Das Ende-70-Schild vor dem Sportzentrum wird durch 70 ersetzt. Das 70er-Schild am Kreisverkehr wechselt auf die andere Straßenseite. Ganz einfach. Abgelehnt. Verbrennen wir also unnötig Sprit und Nerven. Und warten auf den nächsten Toten.

Ernst Bartl92648 Vohenstrauß

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