Autobahnen 2. Klasse in Tschechien
Prag adelt Schnellstraßen

Prag. Das tschechische Autobahnnetz ist mit etwas mehr als 1000 Kilometern Länge recht übersichtlich. Doch in der Nacht von Silvester auf Neujahr wird es um etliche Kilometer wachsen. Denn ab dem neuen Jahr werden vierspurig ausgebaute Schnellstraßen zu Autobahnen hochgestuft, genauer gesagt zu Autobahnen 2. Klasse. Anders als auf den bisherigen Autobahnen, wo ein Tempolimit von 130 Kilometern pro Stunde gilt, dürfen die neuen Autobahnen 2. Klasse mit bis zu 110 km/h befahren werden. Bislang galt dort Tempo 90. Für die neuen Autobahnabschnitte ist keine Vignette erforderlich.

Die Vignetten für konventionelle Autobahnen mit Gültigkeit für 2016 sind seit Anfang Dezember bei der Post, in Tabakwarenläden und an den meisten Tankstellen zu haben. Der Preis für die Aufkleber, die an der Innenseite der Frontscheibe anzubringen sind, ändert sich nicht. Eine Jahresvignette kostet 1500 Kronen (ungefähr 53 Euro). Eine Monatsvignette 440 Kronen (etwa 16 Euro) und eine Zehn-Tages-Vignette 310 Kronen (etwa 11 Euro). Wer bei einer Polizeikontrolle ohne Vignette ertappt wird, muss mit einer Strafe von 5000 Kronen (180 Euro) rechnen.

In drei Jahren wird es die herkömmlichen Vignetten in Tschechien vermutlich nicht mehr geben. An deren Stelle soll ein elektronisches System treten, dessen Details aber noch nicht endgültig geklärt sind. In der Slowakei gilt ein solches elektronisches System schon ab dem 1. Januar 2016. Dort erwirbt man die Berechtigung zur Autobahnbenutzung wie bisher etwa an früheren Grenzübergängen, an Tankstellen oder über die deutschsprachige Internetseite: www.eznamka.sk/selfcare/home/. Dabei wird das Kennzeichen des Wagens, der die Autobahn benutzen darf, elektronisch gespeichert. Die Kontrolle erfolgt über Kameras und einen Computerabgleich des jeweiligen Kennzeichens. Die jährlich eingenommenen vier Milliarden Kronen fließen in den Bau und Unterhalt von Straßen.

Neu ab Januar 2016 sind in großen Städten auch Umweltzonen. Auf großen weißen Schildern mit der Aufschrift "Zona Emise" ist kenntlich gemacht, ob eine rote, gelbe oder grüne Umweltplakette am Wagen zur Fahrt berechtigt.
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