Autorennen mit tödlichem Ausgang
„Wir haben Mist gebaut“

Köln. Nach einem illegalen Autorennen mit tödlichem Ausgang hat das Kölner Amtsgericht zwei junge Männer zu 12 und 16 Monaten Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt. Die beiden 20-Jährigen hatten sich im vergangenen März nachts eine spontane Wettfahrt auf einer Straße in der Kölner Innenstadt geliefert - mit bis zu Tempo 115.

Als einer von ihnen über eine rote Ampel raste, rammte sein Wagen ein Taxi. Ein Fahrgast erlitt so schwere Kopfverletzungen, dass er drei Wochen später starb, vier weitere Menschen wurden verletzt. Die Angeklagten wurden unter anderem wegen fahrlässiger Tötung nach Jugendstrafrecht verurteilt. Ihren Führerschein müssen sie für mindestens ein Jahr abgeben.

Rennen war nicht geplant


Nach Ansicht des Gerichts handelte es sich um "eine absolut jugendtypische Tat", bei der die Angeklagten nicht über mögliche Folgen nachgedacht hätten. Sie hätten das Rennen nicht geplant, sondern es sei aus der Situation heraus entstanden. "Aber in dem Moment sind Sie ganz bewusst und völlig rücksichtslos ein Risiko eingegangen", sagte der Richter. "Das war ein Totalversagen."

Die Männer hatten vor Gericht ein Geständnis abgelegt und sich entschuldigt. "Wir haben Mist gebaut, es tut mir leid", sagte der eine 20-Jährige. Auch sein Freund sprach von einem Fehler: "Ich habe noch oft die Bilder von dem Unfall im Kopf." Nach Angaben seines Anwalts ist er in psychologischer Behandlung. Die Reue der bis dahin unbescholtenen Angeklagten sei glaubhaft, meinte der Richter. In Köln hatten zuletzt mehrere schwere Raser-Unfälle und illegale Rennen für Aufsehen gesorgt.
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