Bahn will härter gegen Straftäter vorgehen
Keine Gnade für Hooligans

Die Deutsche Bahn hat im vergangenen Jahr weniger Straftaten in Zügen und Bahnhöfen registriert. Gleichwohl plant sie für die Zukunft ein härteres Vorgehen - besonders gegen gewaltbereite Fußballfans.

Berlin. Die Kriminalität auf Bahnhöfen und in Zügen der Deutschen Bahn ist im vergangenen Jahr leicht zurückgegangen.

Insgesamt sank die Zahl der registrierten Straftaten dort seit 2014 um drei Prozent von rund 60 000 auf 58 200. Eine Bahnsprecherin bestätigte am Sonntag diese Zahlen, die das Nachrichtenmagazin "Focus" zuvor unter Berufung auf den aktuellen Sicherheitsbericht der Bahn veröffentlicht hatte.

Nach eigenen Angaben hat die Deutsche Bahn 2015 mehr als 1,5 Millionen Euro für die Reparatur von Vandalismus-Schäden ausgegeben, die Hooligans verursacht hatten. Der Einsatz zusätzlicher Sicherheitskräfte habe mehr als 700 000 Euro gekostet. Bundesweit seien aktuell 300 Hooligans von Fahrten mit der Deutschen Bahn ausgeschlossen, 1200 hätten Hausverbot in Bahnhöfen oder Abmahnungen erhalten, teilte das bundeseigene Unternehmen am Sonntag weiter mit.

Künftig will die Bahn noch schärfer gegen gewaltbereite Fußballfans vorgehen. Hausverbote würden dann an Ort und Stelle ausgesprochen, randalierende Hooligans sollen sofort des Waggons verwiesen werden und keine anderen Züge der Bahn benutzen dürfen. "Wer in unseren Zügen und Bahnhöfen randaliert und unsere Kunden und Mitarbeiter verletzt, bekommt künftig sofort am Ort der Straftat die rote Karte!", sagte Bahn-Vorstand Ronald Pofalla der "Bild am Sonntag".

Im vergangenen Jahr konnte die Bahn laut "Focus" vor allem den Vandalismus und den Metalldiebstahl eindämmen. Allein in Berlin habe die Bahn gemeinsam mit der Bundespolizei mehr als 80 Graffiti-Sprayer auf frischer Tat ertappt.
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