Bauern bitten um Sachlichkeit
Briefe an die Redaktion

Zur Bildunterschrift "Start ins neue Bienenjahr" auf Seite 25 am 18. März schreibt ein Leser.

Der Artikel über die Risiken und Bedrohungen der Imkerei haben wir vom Ring junger Landwirte verwundert zur Kenntnis genommen. Das Thema Imkerei, Bienengesundheit und Landwirtschaft wird häufig nicht sachlich diskutiert.

In dem Artikel wird von der Gefahr für die Honigqualität durch Genmais berichtet. In Deutschland gibt es keinen Genmaisanbau, weil er verboten ist. Die Sorgen des Imkers sind also unbegründet. Er scheint hier nicht richtig informiert zu sein. Ein weiterer Punkt ist die im Kommentar genannte Futterlücke. In Bayern sind landwirtschaftliche Flächen kleinstrukturiert, sie bieten zum Beispiel viele Hecken, so dass eine Futterlücke kein Problem ist. Den oft zitierten Pollenmangel gibt es in Bayern nicht.

Imker sind Nutztierhalter und für die Vitalität ihrer Nutztiere verantwortlich. Sollte ein Imker Pollenmangel im Umfeld vermuten, so ist es leicht, Bienenkästen an einen besseren Standort zu bringen. Außerdem werden bei uns ja nicht nur Raps und Mais angebaut, sondern zum Beispiel auch Erbsen. 2014 betrug diese Fläche in Deutschland 41 000 Hektar, Tendenz steigend, und Erbsen blühen je nach Sorte nach dem Raps. Dazu gibt es Zwischenfrüchte, die zur Bodenerhaltung nach der Ernte der Hauptfrucht gesät werden.

Der Schutz unserer Pflanzen und damit der Ernten ist für uns überlebenswichtig. Wir Landwirte arbeiten nach dem Prinzip des "integriertem Pflanzenbaus". Wir setzen so wenig chemische Substanzen wie möglich ein. Das geht, solange wir es mit anderen Mitteln, etwa mit mechanischer Unkrautbekämpfung, vertreten können.

Außerdem setzen wir Pflanzenschutzmittel nur nach den Vorschriften ein. Hierzu müssen wir Schulungen machen, unsere Tätigkeit wird streng überwacht. Wir arbeiten ständig an der Verbesserung der Bienensicherheit. Unser Erfolg wird uns unter anderem vom Deutschen Bienenmonitoring bestätigt. Wir haben den Auftrag, hochwertige und bezahlbare Nahrungsmittel zu produzieren, genau das tun wir.

Gerhard Weismeier für denRing junger LandwirteKemnath

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