Beeindruckende Ausstellung

"Die große Ratlosigkeit":

Die Kritik an der Jubiläumsausstellung "25+" im Internationalen Keramikmuseum soll nicht unwidersprochen bleiben. Die Sonderausstellungen verstehen sich als Ergänzung zu den ständigen Ausstellungen. Die Sonderausstellungen setzen immer besondere Akzente, lebendig, hochspannend, und das nicht nur für den vermeintlichen Insider: verwunderlich, wenn man den beengten Rahmen bedenkt, in dem diese Ausstellungen gestaltet werden müssen. Und dann ist da das allzu knappe Budget, mit dem es zu haushalten gilt.

Dass trotz dieser räumlichen und finanziellen Enge immer anregende Ausstellungen zustande kommen, grenzt an ein Wunder. Was die Jubiläumsausstellung betrifft, so mussten ihre Macher vielen Ansprüchen gerecht werden: Rückblick auf keramisches Schaffen vieler Jahrzehnte, Rückblick auf die Geschichte des Museums, Ausblick. Dass die Ausstellungen in dieser kraftvollen Weise verwirklichten werden, verdient Respekt. Die meisten Mäkeleien in dem Bericht sind schlicht Subjektivismen. Ich empfinde es als sehr wohltuend, wenn nicht unendlich viele Zusatz-informationen den Blick auf das eigentliche Ausstellungsstück verstellen. Es ist das ausgestellte Objekt, das in seiner Einzigartigkeit wirken soll. Allein schon das Foto der Schale von Maria Stewart illustriert, was das Objekt bedeuten kann. Es ist ein Objekt von derartiger Raffinesse, dass man ins Schwärmen kommt. Bei all den Ansprüchen an eine derartige Jubiläumsausstellung mussten es die Macher bei wenigen Glanzlichtern bewenden lassen, die nun in den beiden Korridoren zu bestaunen sind.

Will man nun sehen, dass die unterschiedlichen Ansprüche sich in dem einen auflösen, Keramik auf höchstem Niveau zu zeigen, so ist dieser alles vereinende Anspruch doch äußerst beeindruckend gelöst.

Alfred Ostermeier, 92676 Eschenbach
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