Bei Donner sofort runter

Wer mit dem Ballon in die Lüfte steigt, fühlt sich fast wie ein Vogel. Was am Ballonfahren sonst noch so besonders ist, verrät ein berühmter Ballonfahrer.

In einem Korb in die Höhe schweben und davonfliegen, das liebt Wilhelm Eimers. Er ist Ballonfahrer und in seiner Sportart eine echte Berühmtheit. Der 65-Jährige hat mit dem Ballon schon viele Wettbewerbe gewonnen und Rekorde aufgestellt.

Worauf kommt es beim Ballonsport an?

Wilhelm Eimers: "Viele Dinge kann man messen und berechnen. Zum Beispiel Luftströme und Windrichtung. Aber ein guter Ballonfahrer hat das Fliegen auch im Gefühl. Er muss spüren können, in welcher Höhe er am schnellsten vorankommt."

Sie machen auch bei Wettbewerben mit. Wie läuft ein Rennen mit dem Ballon ab?

Wilhelm Eimers: "Das ist ganz unterschiedlich. Sehr bekannt ist die sogenannte Fuchsfahrt. Da jagen alle Ballonfahrer einem anderen Ballon hinterher. Oder: Alle Fahrer sind eine bestimmte Zeit lang mit ihrem Ballon unterwegs. Wer dabei die weiteste Strecke zurücklegt, gewinnt. Darauf kommt es zum Beispiel beim Gordon-Bennett-Cup an. Das ist das berühmteste Ballonrennen der Welt."

Ist das sehr anstrengend?

Wilhelm Eimers: "Aber ja! In der kleinen Gondel unter dem Ballon ist wenig Platz. Und den muss man sich auch noch mit einem Partner teilen. Stell dir vor, du musst stundenlang nur am Schreibtisch sitzen. Oder sogar mehrere Tage. Zusammen mit einem Freund. Du darfst nicht zwischendurch aufstehen und eine Runde spazieren gehen. Und dabei musst du immer gut aufpassen. Auf das Wetter, auf die Berge."

Haben Sie manchmal Angst, wenn Sie so hoch über der Erde schweben?

Wilhelm Eimers: "Die Fahrt in einem Ballon ist eigentlich nicht gefährlich. Ein Gasballon stürzt nicht einfach so ab. Der sinkt höchstens irgendwann zu Boden. Höhenangst hat man auch nicht. Weil man nicht schätzen kann, wie weit man vom Erdboden entfernt ist."

Gibt es auch gefährliche Situationen?

Wilhelm Eimers:"Wenn wir aus der Ferne ein Gewitter sehen oder Donner hören, müssen wir sofort landen. Da fragt man sich dann schon mal: Landen wir irgendwo im Wasser und müssen schwimmen oder mit einem Boot abgeholt werden? Oder landen wir im Dreck und dürfen den ganzen Tag den Ballon putzen?" (dpa)
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