Beim Golf um die Ecke denken

In seiner Tasche liegen viele bunte Bälle. In der Hand trägt er zwei Schläger. Auf dem Platz angekommen, kann es Nils kaum abwarten. Endlich geht's los. Der Achtjährige spielt Minigolf im Verein.

Ein roter, ein grüner oder ein blauer Ball? Nils wühlt in seiner Tasche und entscheidet sich für Grün. Er legt ihn in das Abschlagsfeld der ersten Bahn. Die ist die leichteste von allen: einfach eine lange, gerade Fläche. Aber Nils schlägt nicht gerade auf das Loch zu.

Er stellt seine Beine in eine Grätsche. Dann umgreift er seinen Schläger, schaut Richtung Loch und Richtung Bande und holt aus. Der Schläger schwingt nach vorne und schlägt den Ball gegen die rechte Bande. Davon prallt die Kugel ab und rollt langsam Richtung Loch.

Zwei Schläge

Profis sagen: Über die Bande ist dieses Loch leichter zu treffen. Schließlich wäre der direkte Weg ziemlich weit. Auch bei Nils wäre der Ball fast mit nur einem Schlag im Loch gelandet. Das nennt man Ass. Doch Nils hat die Kugel nicht richtig getroffen. Deshalb ist der Ball zu langsam und bleibt auf halber Strecke liegen.

Der Achtjährige versucht es noch einmal. Dieses Mal klappt es. Nils spielt schon seit rund drei Jahren Minigolf. Auf die Idee kam er, als seine Familie in die Nähe des Minigolfplatzes zog. Erst beobachtete er die Leute aus dem Garten beim Spielen. "Dann wollte ich das unbedingt auch machen", sagt er.

Anfangs spielte er mit seinem Vater mit Leihschlägern und nur einem Ball. Weil das Hobby Nils viel Spaß machte, meldete sein Vater ihn im Verein an. Seitdem hat der Junge zwei eigene Schläger und Bälle. Er trainiert ein bis zwei Mal pro Woche. Auf der ersten und der zweiten Bahn schlägt Nils am Anfang immer einige Bälle. So bekommt er ein Gefühl für den Ball und den richtigen Schwung. Erst danach geht es mit dem Üben los. "Dann spiele ich immer zuerst die schwerste Bahn. Die leichteste kommt zum Schluss", erklärt Nils. Bei schweren Bahnen muss er sich besonders konzentrieren. Das klappt am Anfang besser als später. Auf dem Platz gibt es ein paar schwere Bahnen, viele mittelschwere und einige leichte.

Hügel und schmales Loch

Nils spielt eine nach der anderen. Manche schafft er mit einem Schlag. Am schwersten findet der Junge die Bahn mit der Nummer vier. Dort muss der Ball einen breiten Hügel hinauf und hinein in ein schmales Loch in einer Mauer.

"Am besten kann ich die Nummer 11", sagt er. Diese Bahn ist eine Rechtskurve. In der Mitte verläuft eine Schiene. Trifft der Ball auf die linke Seite dieser Schiene, kommt er nicht weit. Der Weg ist durch drei Steine versperrt. Ziel ist es, die rechte Seite zu treffen.

"Dann rollt der Ball an der Bande entlang", sagt Nils. "Er läuft fast immer mit einem Schlag ins Loch." So ist es auch dieses Mal. Der Achtjährige jubelt: "Ein Ass!" Sein Vater freut sich mit ihm: "Das war der perfekte Schlag!" (dpa)
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