Besichtigungen zu unterschiedlichen Tageszeiten und Tipps vom Experten helfen, teure ...
Das geeignete Grundstück finden

Ein großes Badezimmer muss unbedingt sein, eine Veranda wäre schön, und im Garten darf ein Apfelbaum nicht fehlen: Wie das Traumhaus aussehen soll, das haben viele Menschen in ihren Gedanken schon bis ins letzte Detail geplant.

Doch lange bevor die Fassadenfarben gewählt und Räume gestaltet werden können, muss erst einmal eine ganz andere Hürde genommen werden: Das Traumhaus braucht auch das Traum-Grundstück.

Und das ist nicht immer ganz einfach. "Wer sein Haus schon ganz genau im Kopf hat, sucht unter Umständen lange nach dem Grundstück, auf dem er es auch bauen darf", sagt Beate Bühl aus Rottau, Autorin des Ratgebers "Wir planen unser Haus: Vom Wunsch bis zur Baugenehmigung" (Callwey, ISBN 3-7667-1601-8). "Wer hingegen bereit ist, seine Pläne dem Baugrund anzupassen, wird schneller fündig."

Die Suche nach dem richtigen Grundstück kann auf verschiedene Weise erfolgen: Wer nicht allein Immobilienanzeigen in Zeitungen und im Internet wälzen will, kann sich entweder direkt an eine Gemeinde wenden oder bei Banken, Maklern oder Bauunternehmern fragen.

Generell ist die Unterstützung durch einen Profi, sei es nun ein Immobilienhändler oder ein Architekt, durchaus sinnvoll, rät Herbert Barton vom Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure (BDB).

Denn neben dem Preis und der Größe gibt es eine Menge anderer Faktoren, die beim Kauf eines Grundstücks beachtet werden sollten.

"Das beginnt ganz banal mit dem Ausblick, den man von dort aus hat, den benachbarten Grundstücken und Häusern, die eventuell Schatten werfen können, der Verkehrsanbindung und der Frage, wie laut oder ruhig die Lage ist", sagt die Architektin Maria Weig. Um solche Faktoren einschätzen zu können, ist es ratsam, Grundstücksbesichtigungen nicht nur an Wochenenden oder abends anzusetzen, nur weil sie dann besser in den Terminplan passen. Darauf macht der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) auf seinen Bau-Ratgeberseiten (www.baufoerderer.de) aufmerksam. Denn Berufsverkehr, Gerüche der ortsansässigen Betriebe oder Schienenlärm sind Faktoren, die einem die Freude am Traumhaus gründlich verderben können.

Auch die Bodenbeschaffenheit und eventuelle Altlasten in der Erde durch frühere Bauten spielen eine große Rolle, so die Verbraucherschützer weiter. Erhöhte Grundwasserspiegel können spezielle Isolierungen erforderlich werden lassen, das Beseitigen von Altlasten kann kostspielig werden. Und auch felsiger Untergrund oder das Bauen am Hang schlagen mitunter teuer zu Buche.

Andererseits kann gerade eine windgeschützte Hanglage später Energiekosten senken. "Hier kommt dann wieder der Architekt ins Spiel", sagt Maria Weig. "Der hat mit den Böden in dieser Gegend meist seine Erfahrung und kann früh einschätzen, ob Mehrkosten kalkuliert werden müssen, und inwiefern die sich später rechnen."

(Fortsetzung nächste Seite)
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