Besondere Wartelisten für kranke Menschen

Manchmal passiert es, dass Menschen sehr krank sind. Ein Organ wie das Herz oder die Leber funktioniert dann zum Beispiel nicht so, wie es soll. Fachgruppen in Kliniken müssen dann manchmal entscheiden: Soll der Patient auf eine spezielle Warteliste geschrieben werden, damit er ein neues Organ bekommt?

"Solche Entscheidungen müssen getroffen werden, weil es zu viele Kranke gibt, aber zu wenige Organe", erklärt Experte Jan-Ole Reichardt. Dass es zu wenig Organe gibt, hat Gründe. Einer davon ist: Nicht genug Menschen möchten, dass ihre Organe an andere Menschen weitergegeben werden, wenn sie sterben.

Deshalb gibt es die Wartelisten. "Im Krankenhaus sitzen Ärzte und Schwestern aus verschiedenen Fachabteilungen in einer speziellen Gruppe zusammen. Die Gruppe berät und entscheidet, ob ein Patient auf die Warteliste kommt oder nicht", sagt Fachmann Hermann Reichenspurner.

Die Gruppe muss sich an bestimmte Regeln halten. Dazu gehört, dass sie etwa prüft, ob der Patient überhaupt für eine Transplantation geeignet ist. Oder ob er etwa schon zu schwach ist. Transplantation ist ein Fachbegriff. Damit meinen Ärzte, dass sie etwas verpflanzen, zum Beispiel Organe. Wichtig ist auch die Dringlichkeit. Also wie eilig ein Kranker ein neues Organ braucht, sagt Hermann Reichenspurner. Zudem muss die Fachgruppe prüfen, wie hoch die Aussicht auf Erfolg ist. "Der Patient, und damit auch das Organ, sollen möglichst lange überleben", erklärt Jan-Ole Reichardt. Letztlich entscheidet die Fachgruppe: Kommt ein Kranker auf die Warteliste oder nicht.

Um so eine Entscheidung ging es am Freitag auch vor einem Gericht. Denn Eltern möchten, dass ihr krankes Kind auf eine Warteliste kommt. Vermutlich muss sich aber nun noch ein weiteres Gericht mit dem Fall beschäftigen. (dpa)
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