Bewegende Trauerfeier für die Erdbeben-Opfer in Italien
Staatsanwälte ermitteln wegen Schlamperei am Bau

Beim Staatsakt in Ascoli Piceno nahmen die Verwandten Abschied von den Opfern der Erdbebenkatastrophe in Mittelitalien. Auch Regierungschef Matteo Renzi kam zur Trauerfeier. Bild: dpa

Ascoli Piceno/Amatrice. Nach der Erdbebenkatastrophe mit mindestens 290 Toten bereitet sich Italien auf den milliardenschweren Wiederaufbau vor. Dabei dürften die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholt werden, mahnten Spitzenpolitiker am Sonntag. Mit einem Staatsbegräbnis hatte das Land am Wochenende Abschied von den Opfern genommen. Zur zentralen Trauerfeier kamen auch Staatspräsident Sergio Mattarella und Regierungschef Matteo Renzi in die Stadt Ascoli Piceno. Vor ihnen standen aufgereiht 35 mit Blumen geschmückte Särge.

Nach den schwersten Erdstößen in der Nacht zum Mittwoch und mehr als 1300 Nachbeben liegen ganze Ortschaften in den Regionen Latium und Marken in Schutt und Asche, etwa 2500 Menschen wurden obdachlos. Fast 400 Menschen wurden in Krankenhäusern behandelt. In den erdbebengefährdeten Regionen sei "ohne Vernunft und Voraussicht" gebaut worden, kritisierte der frühere italienische Regierungschef und EU-Kommissionspräsident Romano Prodi. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen wegen möglicher Schlamperei am Bau ein.

"Habt keine Angst, euer Leid hinauszuschreien, aber verliert auch nicht euren Mut", sagte Bischof Giovanni D'Ercole beim Staatsakt in einer großen Sporthalle in Ascoli Piceno. Als er die Namen der 35 Toten in den Särgen vorlas, schluchzten Angehörige auf. (Seite 8)
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