Biber unter Generalverdacht

Zur Berichterstattung über das Biber-Aufkommen in der Region:

Mit zunehmender Verbreitung des Bibers in den vergangenen Jahren kann man beim Studium der Tageszeitung seit geraumer Zeit beobachten, wie der fleißige Dammbauer bei verschiedensten Interessensgruppen für vermeintliche Problematiken in und an unseren Gewässern als Sündenbock herhalten muss. Doch dass er nun, in der Vorwoche in der Zeitung nachzulesen, tatsächlich auch noch für die in der Vils derzeit auftretenden Blaualgen verantwortlich ist, schlägt dem Fass wirklich den Boden aus.

Anstatt froh zu sein, dass der Biber endlich wieder entlang unserer Gewässer für eine in unserer sonst so monoton durchstrukturierten Agrarlandschaft dringend benötigte Biodiversität sorgt, wird er pauschal verurteilt und soll am besten generell zur Bejagung freigegeben werden.

Geben wir ihm doch links und rechts der Gewässer eine zehn Meter breite Schutzzone, natürlich entsprechend gefördert bei Ausfällen in der Landwirtschaft und gerne auch punktuell sanft eingegriffen bei wirklichen Problemen, die es durchaus auch geben kann. Der Biber schafft durch seine Staudämme ansonsten für eine ungeheure Vielzahl an Pflanzen und Tierarten in und am Wasser sonst kaum mehr vorhandenen wertvollen Lebensraum. Und er trägt erwiesenermaßen durch die von ihm geschaffenen Wechselzonen von schnell und langsam fließenden Gewässern und viel Pflanzenbewuchs zur Verbesserung der Wassergüte bei.

Auf die durch ihn gefällten Bäume kann man entlang von Gewässern zumeist gerne verzichten, dichter niedriger Bewuchs an den Ufern ist ökologisch deutlich wertvoller. In früheren Zeiten gab es übrigens durch das Flussaufwärtsziehen der heute touristisch wieder so geschätzten Plätten keinen einzigen Baum entlang der Vils. Sicher ist jedenfalls nicht der Biber für die Blaualgen verantwortlich, das hat andere Gründe, die man unschwer erkennen kann.

Klaus HerdegenAmberg

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