Biker-Standort Waldsassen

Lifestyle-Betrieb in klösterlicher Umgebung. Für Stefan Gültner, Senior Manager der Ghost-Bikes GmbH, ist dies kein Widerspruch. Berge, Wälder und schmale Wege sind eher die Umgebung für Biker - nicht die Enge der Großstadt. Und Bike-Leidenschaft vereint die gesamte Ghost-Familie, vom Manager bis zur Montagearbeiterin. So wächst das Unternehmen immer weiter.

Zum Abschied treffen wir auch noch den Weltmeister. Tomás Slavík, der tschechische "Ausnahme-Fourcrosser", wie ihn sein Hauptsponsor bezeichnet, erscheint zum Pressegespräch. Auf ihn ist Senior-Manager Stefan Gültner vom Bikeproduzenten Ghost in Waldsassen besonders stolz. Slavík gehört wie viele andere erfolgreiche Radprofis zum Racing-Team von Ghost "In diesem Jahr konnte Slavík fast alles gewinnen, was es zu gewinnen gab", schwärmt Gültner.

Der große Traum

Sein ganz großer Traum sei mit dem Gewinn der Four-Cross-Weltmeisterschaft in Leogang in Erfüllung gegangen. Für das Unternehmen Ghost ist sein Racing-Team nicht nur Werbeträger und Aushängeschild, sondern Produkttester unter Extrembedingungen. Das in den Rennen gewonnene Know-how fließe direkt in die Produktion ein. Und dieses Team, zu dem auch Johannes Fischbach "als Oberpfälzer Eigengewächs" gehöre, soll kennzeichnend für Image und Unternehmensphilosophie von Ghost sein.

Auch Senior-Manager Gültner spiegelt in seiner Person dieses Bild wieder: Windschlüpfrige Biker-Figur in Jeans und leuchtenden Laufschuhen. Selbst gerade erst zurück vom Ötztaler Radmarathon, einer der härtesten Radwettbewerbe, die es überhaupt gibt. Gültner leitet Ghost im "Dreierteam zusammen mit Jens Steinhäuser und Udo Zrenner". Geschäftsführer und Unternehmensgründer Uwe Kalliwoda lebe in Ostasien und komme alle sechs Wochen nach Waldsassen. Der in Mitterteich geborene Diplom-Betriebswirt Gültner kam von Schott in Mitterteich und BHS in Weiherhammer vor gut drei Jahren zu Ghost.

Beim Firmenrundgang zeigt er uns das positive Stimmungsbild des Personals. Alle grüßen freundschaftlich und lächeln freundlich. "Wir alle sind begeisterte Biker und das verbindet uns als junges Team mit flachen Hierarchien", erklärt Gültner zur Corporate Identity seines Betriebs. Der große Firmenkatalog enthält nur Bilder von Betriebsangehörigen.

Das Durchschnittsalter der insgesamt 300-köpfigen Belegschaft aller Teilbetriebe liege unter 30 Jahren. Mitarbeiter, die bei der Firmengründung vor 21 Jahren schon dabei waren seien heute 37 Jahre alt. "Wir sind der zweitgrößte Arbeitgeber in Waldsassen", erklärt Gültner stolz. Und "Mitarbeiter unter 30 Jahren brauchen keine Oper."

So gäbe es keinerlei Abwanderungsgedanken. In Deutschland liege der Hauptabsatzmarkt ohnehin im Süden und für den Export in die gut 30 Exportländer spiele der Standort kaum eine Rolle. Aus vielen Nationen kämen die Mitarbeiter, sagt Gültner "deshalb wird hier sehr viel Englisch gesprochen".

Bike-Akademiker

Die Akademikerquote betrage rund 15 Prozent, weil Ghost sehr viel technische Entwicklungsarbeit leisten müsse. "Das Produkt verbindet uns alle, so können wir auch Ingenieure von weit außerhalb nach Waldsassen locken." Dann zeigt Gültner die riesigen Lagerhallen und den großen Neubau des letzten Jahres. "Bikes sind ein Saisongeschäft vor allem des Frühjahrs." Und "wir decken die gesamte Produktpalette ab, vom High-Tech-Bike mit viel Elektronik über E-Bikes, Kinderräder, Radbekleidung und das gesamte Zubehör".

Ghost-Räder heißen heutzutage nicht mehr einfach Mountain-Bikes, sondern laut Katalog zum Beispiel "Fully, Hardtail, Miss, E-Hybrid, Road oder Powerkid". Deswegen hat das Unternehmen auch kein Problem, als "Life-Style-Betrieb" bezeichnet zu werden. Die Lebensfreude von Ghost soll sich auf die Region übertragen: Schließlich habe Ghost den Bikepark in Waldsassen eingerichtet. Und eine der Klosterschwestern reise immer mit einer Ghost-Reisetasche.
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