Bischöfe zum Osterfest
Terror-Angst darf nicht Leben bestimmen

Überseht die Zeichen der Hoffnung nicht.

Der zunehmende Terror in Europa verunsichert viele Menschen. Die Bischöfe in Deutschland greifen die Ängste zu Ostern auf. Ihre Botschaft lautet: Dem Hass Liebe entgegensetzen.

München/Hannover. Die jüngsten Terroranschläge in Brüssel haben die Osterpredigten deutscher Bischöfe geprägt. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, rief dazu auf, sich nicht von der Angst vor Terror unterkriegen zu lassen. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, warnte davor, Hass mit Hass zu beantworten. Denn dann hätten die "Terroristen gewonnen", sagte der bayerische Landesbischof in seiner Karfreitagspredigt in München. "Niemand unterschätze die Macht der Liebe."

Marx sagte laut vorab verbreiteter Mitteilung anlässlich der Karfreitagsprozession durch die Münchener Innenstadt: "Wenn wir zulassen würden, dass die Angst unser Leben bestimmt, dann würde der Terror siegen." Die Christen setzten an Karfreitag und Ostern "ein Zeichen des Lebens, der Liebe und der Verbundenheit miteinander". Jeder Mensch sei ein Kind Gottes - unabhängig von jeglicher Sprache, Kultur, Herkunft und Religion.

Bedford-Strohm appellierte in seiner Osterbotschaft, angesichts von Terror, Not und Gewalt nicht die positiven Entwicklungen zu übersehen. "Überseht die Zeichen der Hoffnung nicht." In der Zeitung "Die Welt" (Samstag) betonte er, Terror und Gewalt hätten, auch wenn sie noch so sehr mit Religion legitimiert würden, überhaupt nichts mit dem Willen Gottes zu tun. "Es macht mich zornig, wenn sich Terroristen auf Gott berufen. Terrorismus im Namen der Religion ist Gotteslästerung."

Fehrs: Orte der Trauer nötig


In mehreren Städten und Orten Deutschlands erinnerten Christen am Karfreitag mit Prozessionen an den Leidensweg Jesu. In Lübeck trafen sich evangelische und katholische Christen zu einem ökumenischen Kreuzweg. Die evangelische Bischöfin Kirsten Fehrs sagte, die Brüsseler Terroranschläge hätten erneut deutlich gemacht, dass es Orte der Trauer brauche. Der Karfreitag biete Raum dafür. Zugleich biete er Gelegenheit, sich ein Herz zu fassen für die Barmherzigkeit, wie Christus sie lebte.
Überseht die Zeichen der Hoffnung nicht.Heinrich Bedford-Strohm, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland
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