Bläserquintett ist noch lange keine Blechmusik

Zum Bericht "Blasmusik bei den Reger-Tagen":

Die Äußerung über Regers "Streichquartett in Es-Dur op. 109", wonach "dummerweise (...) ausgerechnet das Regerstück in dem Programm den schwächsten Eindruck" hinterlassen habe, gilt genauso für diese Kritik selbst, und zwar bezogen auf das, was man sonst über Reger-Aufführungen lesen kann. Wenn jemand aber Musik vom "Bläserquintett" pauschal als "Blasmusik" qualifiziert, lässt bereits die Überschrift Musikfreunde aufhorchen, und Laien denken an Blechbläser. Wozu diese Unklarheit? Als Begründung nennt der Verfasser den "Umstand, dass es sich um eine Bearbeitung" handelt. Und? Davon gibt es viele und hervorragende.

Deutlicher wird der Kritiker, wenn er schreibt "Blasinstrumente sind nun mal keine Streicher." Wer hätte das gedacht? Liegt vielleicht da der Schlüssel für das Missbehagen? Oder beruht die Kritik auf Aussagen der atemlos lauschenden und offensichtlich gebildeten Zuhörerschaft? Aus eigenem Erleben sei erwähnt, der Schreiber dieser Zeilen war von den ersten Takten an mitgerissen und gibt zu bedenken, dass die Bläserstimmen mehr Transparenz in das Stück bringen könnten als Streicher, die in der Tonfarbe einander doch wesentlich ähnlicher sind. Insofern wäre das "feinste Klangfarbenspiel" des Salzburger Ensembles als Entgegenkommen zu werten für ein Publikum und auch Kritiker, die sich vielleicht auf Reger sonst nicht so leicht einlassen können. Mozart scheint übrigens ähnliche Schwierigkeiten gehabt zu haben, wie wir es hier erleben.

Klaus Ibel, 92648 Vohenstrauß
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