"Boxxenstopp" auf dem Hertie-Parkplatz
Einsatz im Einsatz

Rutschpartie unter die Leitplanke: In der Folge versorgten die Retter des Roten Kreuzes das "Opfer", Rollerfahrerin Susanne Junge (17). Polizisten nahmen den Unfall auf, Vertreter des Technischen Hilfswerks und Feuerwehrleute sicherten die Unfallstelle ab und flexten schließlich die Leitplanke für die Bergung auseinander. Die eindrucksvolle Vorführung beim "Boxxenstopp" ließen sich Hunderte Besucher am Sonntag nicht entgehen. Bild: Wilck

Weiden. (mte) 6000 Leute - und damit so viele wie nie - strömten am Sonntag zum 14. Verkehrssicherheitstag "Boxxenstopp" auf den eigens dafür gesperrten Hertie-Parkplatz. Nur die Feuerwehr Weiden nahm plötzlich Reißaus.

Der Schirmherr der Veranstaltung, OB Kurt Seggewiß, sollte beim "Boxxenstopp" mit der Drehleiter vom Rathausdach gerettet werden: Doch daraus schien am Sonntag vorerst nichts zu werden. Nur eine halbe Stunde nach der Eröffnung des Verkehrssicherheitstages der Polizeiinspektion Weiden und der Stadt stand ein Dachstuhl eines Wohnhauses in Etzenricht in Flammen. Die Drehleiter samt Feuerwehrleute rückte ab. Die BRK-Rettungshundestaffel Weiden rückte dafür im Programm nach vorne.

Fast wöchentlich sei die Staffel im Einsatz. 76 Alarmierungen hatte es 2014 gegeben, sagte Staffelleiterin Melanie Dirscherl, während die Spürnasen auf der eigens gesperrten Dr.-Pfleger-Straße nach Vermissten schnüffelten: "Oft suchen wir nach Demenzkranken oder Suizidgefährdeten." Wir, das sind aktuell 12 Führer und 15 Hunde. Letztere tragen Glöckchen auf dem Rücken, damit der Führer sie auch im Dunkeln orten kann. Apropos im Dunkeln: "Wir machen zum Schutz der Gesuchten unsere Arbeit ohne viel Aufhebens."

Immer weg mit dem Helm

Das merklich lautere Kontrastprogramm dazu boten die Einsatzkräfte von Polizei, BRK-Rettungsdienst und Technischem Hilfswerk. Die Feuewehr war noch immer in Etzenricht beschäftigt. Also demonstrierten die anderen ihre Einsatzarbeit Hunderten von Zuschauern am Beispiel eines Unfalls mit einem bewusstlosen Motorradfahrer. "Bei Bewusstlosigkeit immer runter mit dem Helm", sagte Bernhard Kick, Leiter der Rettungswache Weiden. Ansonsten bestünde die Gefahr, dass der Unfallfahrer im Schockzustand am Erbrochenen erstickt.

Bilder: Karin Wilck

Die Theorie hatte akuten Praxisbezug. Allein in der vergangenen Woche passierten in der Region zwei tödliche Verkehrsunfälle mit Motorrädern, wusste Polizeipräsident Gerold Mahlmeister. Er eröffnete mit OB Seggewiß und dem Weidener Polizeichef Klaus Müller den 14. "Boxxenstopp", bei dem Motorradfahrer im Mittelpunkt stehen sollten. Die Bundespolizei wartete mit zwei ganz prominenten Vertretern auf: Die Goldmedaillengewinner in der Biathlon-Staffel Arndt Peiffer und Daniel Böhm. Sie ließen über ihren Arbeitgeber nur Gutes verlauten. Das Beste aber kam zum Schluss: Die Feuerwehr Weiden rückte unter dem Applaus der Zuschauer eine halbe Stunde vor Veranstaltungsende doch noch mit der Drehleiter an. Gerade noch im Löscheinsatz in Etzenricht bargen sie nun einen Menschen in Not vom Rathausdach. Der OB war es zwar nicht. Es machte sich ein Dummy auf der Trage bequem. Der aber hieß vermutlich Kurt.
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