Brand am Ostermontag
Doppelalarm bei "Wiesenhof"

Feuerwehrmänner löschen auf dem Gelände des Geflügelproduzenten Wiesenhof in Lohne (Niedersachsen). Bild: NWM-TV/dpa

Zwei Hallen stehen in Flammen. Hunderte Feuerwehrleute kämpfen gegen die vernichtende Feuersbrunst. Beim Hähnchenschlachter Wiesenhof entsteht immenser Schaden. Erst nach Stunden ist der Brand unter Kontrolle.

Lohne/Hannover. Dicke schwarze Rauchwolken steigen über der Geflügelfabrik auf. Flammenwände schlagen aus zwei zerstörten Hallen. Hunderte aus allen Richtungen herbeigeeilte Feuerwehrleute kämpfen gegen den Großbrand und beißenden Qualm. Die Einsatzkräfte versuchen, die Hallen auf dem Fabrikgelände des Branchenriesen Wiesenhof im niedersächsischen Lohne zu löschen.

"Die Feuerwehrleute kämpfen mit allem, was sie haben", schildert ein Augenzeuge das Geschehen auf dem Fabrikgelände in der rund 26 000 Einwohner zählenden Stadt im Oldenburger Münsterland. Bei der ersten Alarmierung und nach dem Ausbruch des Feuers scheint die Sache für die Einsatzkräfte zunächst kaum beherrschbar.

"Zurzeit ist die Lage total unüberschaubar", sagt ein Polizeisprecher aufgeregt. "Die Flammen breiten sich aus. Die Lage ist chaotisch." Von möglichen Explosionen ist die Rede. Anwohner müssen Türen und Fenster geschlossen halten. Eine erste kleine Entwarnung geben die Einsatzkräfte erst nach einer Lagebesprechung am Nachmittag. Keine Explosionen, heißt es. Und bislang auch keine giftigen Dämpfe. Doch entsteht an den Hallen ein Millionenschaden und die Messungen gehen vorsichtshalber weiter. Die Einsatzleitung rechnet mit einem Ende der Löscharbeiten voraussichtlich nicht vor Dienstagmorgen.

Für den Branchenriesen bei der Geflügelproduktion lief es schon zum Beginn des Osterwochenendes im Lohner Werk unrund. Am Samstag gab es einen Ammoniakalarm in einer Produktionshalle. Ob das in einer der Hallen war, die am Montag lichterloh brannten, blieb zunächst unklar.

In Sicherheit gebracht


Der Konzern teilt am Abend in einer kurzen Stellungnahme nur mit: Als das Feuer ausbrach, haben sich nur wenige Mitarbeiter in dem Betrieb aufgehalten. Sie seien alle rechtzeitig in Sicherheit gebracht worden. Trotzdem wurden zwei Menschen - ein Mitarbeiter von Wiesenhof und ein Angehöriger der Rettungskräfte - leicht verletzt. Zur Brandursache und zur Höhe des Schadens gab es zunächst keine Aussagen.

Beim Landkreis Vechta geht man nach der Feuersbrunst im Lohner Werk, in dem etwa 1600 Menschen arbeiten, von einem zweistelligen Millionenschaden aus.
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