Briefe an die Redaktion "Gemeinderat Birgland lässt Weitblick vermissen"

Zu jüngsten Berichten aus Gemeinderatssitzungen und Vereinsversammlungen im Birgland äußert sich ein Leser:

In den Jahren 1972 und 1978 bildete sich durch den Zusammenschluss von insgesamt sechs Gemeinden die heutige Gemeinde Birgland mit Sitz, auch der Kanzlei, in Frechetsfeld. Nach der Neuwahl des Gemeinderats 2014 fanden zunächst keine Sprechstunden mehr in Frechetsfeld statt. Insgesamt eine Sprechstunde in der VG Illschwang pro Woche sollte reichen. Erst nach leichtem Druck aus der Bevölkerung wird wenigstens einmal in der Woche wieder eine Sprechstunde in Frechetsfeld abgehalten. Selten ist jedoch dort Besuch anzutreffen.

Als sich die Pläne der Raiffeisenbank immer mehr verdichteten, in Schwend ihr bisheriges Bankgebäude aufzugeben und an anderer Stelle nur noch einen Geldautomaten vorzuhalten, schritt der Gemeinderat sofort zur Tat, um das Raiffeisengebäude (angeblich für bis zu 100 000 Euro) zu erwerben. Dort sollen nun mit weiteren erheblichen Kosten die neue Gemeindekanzlei, eine Touristen-Info und ein Jugendbegegnungszentrum integriert werden.

Es mutet schon etwas seltsam an, dass plötzlich die Sprechstunden in Schwend unverzichtbar sein sollen, während sie in Frechetsfeld entbehrlich schienen. Außerdem frage ich mich, wer soll das alles bei einer Pro-Kopf-Verschuldung von weit über 2000 Euro (fast das Vierfache des Landesschnittes) bezahlen?

Offensichtlich werden die Lehren aus dem sündhaft teuren Wiederaufbau der Birgland-Halle weiterhin nicht gezogen, denn wie kann es sonst sein, dass die großen Festivitäten der Vereine ohne Nutzungsentgelt bleiben? Es mehren sich die Stimmen (vgl. auch zwei Leserbriefe in der Sulzbach-Rosenberger Zeitung), dass sich, insbesondere demografisch bedingt, der Ausrüstungsstand der Feuerwehren auf dem flachen Land nicht mehr länger halten lässt. Im Birgland wird trotzdem so weiter gemacht wie bisher. Kaum ist der Neubau des Feuerwehrhauses in Sunzendorf abgehakt, erfolgt die weitere Anschaffung kostspieliger Feuerwehrautos.

Aber für die Neugeborenen hat man nur ein billiges Handtuch als Begrüßungsgeschenk übrig. Hier gilt es anzusetzen und wenigstens 1000 Euro für jedes Kind und zusätzlich ein Baukindergeld auszuloben. Vielleicht bräuchte es dann auch nicht die Schließung des gemeindlichen Kindergartens in Fürnried.

Es reicht ja schon, dass in Fürnried das Gemeindehaus geschlossen ist, wo früher die Landjugend aktiv war. Wenn man nun auf die Schnelle für die Jugend etwas tun will, hätte es sich zumindest angeboten, in Abstimmung mit der evangelischen Kirche das Gemeindehaus in Schwend mit einem Jugendzentrum besser auszulasten.

Zu befürchten ist, dass sich weitere Teile im Birgland von der Politik des Gemeinderates verabschieden werden. Jedenfalls hilft die Aufmunterung von offizieller Seite in Vereinsversammlungen mit "Halt mer zsamm" nicht im geringsten weiter und lässt Weitblick vermissen.

Erwin Vogel, Birgland

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