Briefe an die Redaktion Keine Chance für Energiewende ohne Speicher und Trassen

Zum Artikel "Geschlossen gegen 10H-Regelung" (NT-Ausgabe vom 14. Februar) schreiben die beiden Vorsitzenden der Bürgeraktion "Gegenwind Stiftland":

Die SPD-Veranstaltung "5. Konnersreuther Energiekonferenz" passte in einem sehr gut: Sie fand in der Faschings-Endzeit statt, in der ja ohnehin viel Unsinn an den Mann bzw. die Frau gebracht werden darf.

Zum Beispiel wird von einem "Bündnis Gegenwind mit 35 Gruppierungen" gefaselt. Um keinen falschen Eindruck aufkommen zu lassen: In Bayern gibt es derzeit über 160 Initiativen gegen Windkraft. Edgar Wenisch tut sich leicht, indem er die Windkraftgegner zu Atomkraftlobbyisten stempelt.

In der Satzung von "Gegenwind Stiftland" hat insbesondere die Erhaltung unserer Landschaft und die Darstellung von Alternativen zur umweltschonenden Energiegewinnung Vorrang. Durch Wiederholung wird Wenischs Aussage auch nicht wahrer.

Jeder Gemeinde bleibt es vorbehalten, geringere Abstände in ihren Planungen als die zehnfache Windkraftanlagen-Höhe vorzusehen. Man fragt sich ja schon, warum von dieser Möglichkeit noch so wenig Gebrauch gemacht wird. Es wird doch nicht deshalb sein, weil die meisten Bürger dahintergekommen sind, dass von Planern, Gutachtern, Rechtsanwälten und Investoren zulasten der Allgemeinheit Kasse gemacht wird? Und ausgerechnet diese kleine Gruppe von so honorierten "Arbeitnehmern" vertritt unsere immer auf Sozialausgleich pochende SPD.

Da passt es ins Bild, dass der Paritätische Wohlfahrtsverband es jetzt als skandalös bezeichnet, dass Hartz-IV-Empfänger ihren Strom nicht mehr bezahlen können. Dieses Szenario haben wir schon längst öffentlich dargestellt! Wir sehen die SPD schon wieder in der ersten Reihe stehen, wenn es um Forderungen von mehr Leistungen zum Bezahlen der Energiewende geht.

Unsere Erfahrungen beim Energiedialog mit Ministerin Ilse Aigner lehrten uns, wie viel Scheinheiligkeit und Schutzbehauptungen auf der Pro-Windkraft-Seite existieren, nur um Emotionen zu schüren. Die Enkel-Bilder von Herrn Wenisch gehören auch in diese Kategorie. Solche könnten Windkraftgegner auch herzeigen in der Vision, wie diesen Nachkommen die Fratze einer zerstörten Heimatlandschaft entgegen stiert, in der sie einmal gut und schön leben sollen. Das ist schon sehr billig und passt nicht einmal in den Fasching.

Dass ohne Speicher riesigen Ausmaßes samt entsprechender Ressourcenvernichtung sowie Stromtrassen die Energiewende nicht gelingen wird, wissen inzwischen auch frühere Befürworter der panikartigen Ausstiegs-Beschlüsse. SPD-Chef Sigmar Gabriel sagte dazu wortwörtlich: "Die Wahrheit ist, dass die Energiewende kurz vor dem Scheitern steht, und dass wir auf allen Feldern die Komplexität unterschätzt haben."

Und da will Herr Wenisch den Stein der Weisen entdeckt haben? Fasching halt! Zur Energiewende europaweit nochmals ein Gabriel-Zitat: "Viele Länder in Europa halten uns sowieso für Bekloppte!" Nur noch einige Mächtige und Einflüsterer sehen wohl in dieser Betitelung die Bestätigung ihrer Oberlehrerrolle in Sachen Energie. Wir von "Gegenwind Stiftland" empfehlen allen gutgläubigen bis fanatischen "Energiewendlern" das Büchlein "Der grüne Blackout".

Wir sahen auch keine Veranlassung, durch unseren Besuch Veranstaltungen aufzuwerten, in denen der kleine Windkraft-interessierte Zirkel aus dem ganzen Landkreis sich selbst feiert, warum auch immer. Das Krawatten-Abschneide-Bild bestätigt dieses Pro-Windkraft-Faschings-Treffen ja auch nachdrücklich. Dabei wollten wir nicht stören.

Albert KöstlerNeualbenreuth

Ursula FleißnerWaldsassen

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