Briefe an die Redaktion Stadtplanung nach Gutsherrenart, über die Köpfe der Betroffenen hinweg

Zur Bürgerversammlung in Rosenberg und zum SRZ-Bericht "Herzstück soll pulsieren" melden sich einige Rosenberger Anlieger zu Wort.

Grundsätzlich ist es zu begrüßen, wenn sich die Stadtoberhäupter auch mit dem "Anhängsel Rosenberg" einmal beschäftigen. Die Vorgehensweise dabei machte allerdings manchen "Eingeborenen" aus dem Dorf sprachlos. Die beauftragten sächsischen Planer zauberten bei der Veranstaltung bereits eine "Feinanalyse" aus der Tasche, über die sich die Anlieger nur wundern konnten.

Da wird eine sicher nicht ganz billige Studie ohne jegliche vorherige Einbeziehung der Betroffenen unter Berücksichtigung ihrer Meinungen und Wünschen ausgearbeitet. Diese wird dann forsch präsentiert unter dem Motto "Noch Fragen dazu?"

Ein Beispiel hierzu: Wer die Situation in der Hauptstraße kennt, muss feststellen, dass die geplante Einbahnregelung, Fahrbahnverengung und Baumreihenpflanzung sowie Pflasterung von Geh- und Fahrstraße an dieser Stelle nicht funktionieren kann. Rosenbergs Kern ist nicht Rothenburg ob der Tauber. Diese Planung ist kontraproduktiv. Einschränkungen wirken für viele Kunden abschreckend und lassen eine weitere Abwanderung in die Supermärkte befürchten. Außerdem ist bei den Umgestaltungskosten anzunehmen, dass man diese locker auf die wenigen Anrainer umlegt.

Zur Parkplatzgestaltung ist anzumerken, dass neben der Überplanung von Privatgrund auch die derzeitigen zehn Privat-/Anwohnerstellplätze wegfallen und dass mit einem voraussichtlich enormen Kostenaufwand (Abriss Videoland) lediglich sechs Parkplätze mehr geschaffen werden. Die einzige Zufahrt soll dann über den "Gänsanger" erfolgen, und die Ausfahrt zur Rosenbachstraße wird vom Staatlichen Bauamt in dieser Form bestimmt nicht begrüßt. Festzustellen ist noch, dass sich über Geschmack bekanntlich streiten lässt, aber muss man bei einer derartigen Veranstaltung ein Wohn- und Gewerbeobjekt, das derzeit noch zum Erhalt des Dorfkernes beiträgt, als Negativbeispiel präsentieren?

Unser Resümee der Veranstaltung ist ernüchternd; wieder einmal wird über die Köpfe der eigentlich Betroffenen hinweg Stadtplanung betrieben. Bei vielen Beteiligten hätte zum Veranstaltungsende noch Diskussionsbedarf bestanden, doch die Verantwortlichen waren schon in die Nacht entflohen.

Michaela Engelhardt,Daniela Hümmerstellvertretend für Anwohner und Gewerbetreibende in der Hauptstraße Rosenbergs
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2015 (9610)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.