Briefe an die Redaktion Werbeabend für Windräder und deren Investoren

Zum Artikel "Geschlossen gegen 10H-Regelung" in der Ausgabe vom 14. Februar:

Passend zum Datum des "Unsinnigen Donnerstages" fand in Konnersreuth auf Einladung der örtlichen SPD bereits zum fünften Male eine Energiekonferenz statt, diesmal sogar unter Mitwirkung der Generalsekretärin der Bayern-SPD, Natascha Kohnen. Leider kristallisierte sich diese als Informationsveranstaltung angekündigte Konferenz als reiner Werbeabend für Windräder und deren Investoren heraus. Windkraftanlagen gehören inzwischen zu unserem Landschaftsbild, doch zur Energiewende können sie so viel wie nichts beitragen.

Warum wird mit keiner Silbe erwähnt, dass der Anteil des gesicherten Windstroms aus circa 22 500 Windrädern gerade einmal 2 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs in Deutschland abdeckt? Das entspricht etwa 24 Prozent des Bedarfs an elektrischer Energie. Die Atomkraftwerke tragen 3,3 Prozent zum Gesamtenergiebedarf in Deutschland bei. Sonnenstrom ist nicht grundlastfähig und somit nicht gesichert, doch mit dessen Anteil von circa 1 Prozent zuzüglich des Windstroms kommt man der Atomstrommenge eigentlich schon ziemlich nahe.

Leider bringt das für die angestrebte und beschlossene Energiewende fasst nichts. Verantwortlich für den umweltschädlichen CO²-Ausstoß sind hauptsächlich fossile Energieträger. Ein Blick auf die Energieverbrauchsstruktur für Deutschland zeigt uns, dass 84 Prozent der Endenergie immer noch aus fossilen Brennstoffen kommen (Verkehr 27 Prozent, Raumwärme 26 Prozent, Prozesswärme 20 Prozent, Kohlestrom 8 Prozent, Erdgas 3 Prozent). Soll die beschlossene und angestrebte Energiewende zum Schutz unseres Klimas überhaupt einen Erfolg haben, muss der Hebel hier angesetzt werden.

Mit Windrädern wird dies nicht möglich sein. Nach neuesten Berechnungen unter Einhaltung des technischen Mindestabstandes und der für Windstomerzeugung erforderlichen Kubikwurzelformel wäre dafür eine Nettofläche notwendig, die so groß wie Bayern ist.

Die deutsche Wirtschaft ist von einer dauerhaften und gleichbleibenden Qualität der Stromversorgung abhängig. Dazu ist eine gesicherte Energie, sprich 99,5 Prozent Zuverlässigkeit, unabdingbar. Das wiederum erfordert den Bau von Speichermöglichkeiten, um die Überproduktion bei Volllast aufzufangen und bei Bedarf wieder ins Netz einzuspeisen.

Pumpspeicherkraftwerke scheinen die Lösung zu sein. In Deutschlands sind aktuell 35 dieser Anlagen in Betrieb. Neuesten Berechnungen zufolge wären dafür aber mindestens 6000 solcher Speicherkraftwerke erforderlich, um die dann erforderlichen circa 6 Terawatt "Zappelstrom" aus Windrädern auch für den Verbraucher gesichert nutzbar zu machen.

Vor kurzem brachten massive Massenproteste der Bevölkerung ein solches geplantes Projekt am Jochberg oberhalb des Walchensees zum Erliegen. Aufgrund des sehr großen Flächenbedarfs und der Berücksichtigung des Naturschutzes wird dies nicht gelingen. Ähnlich ist ja auch die Situation bei der Erzeugung von Sonnenenergie.

Interessenten, die sich Antworten zur Lösung dieser Problematik erhofft hatten, wurden bei der Konferenz schwer enttäuscht. Warum wurde nicht über Alternativen wie Methanisierung, "Smart Grid" oder Batteriesätze informiert? Wie steht es mit den CO²-Zertifikaten? Es macht die Situation nicht besser, wenn immer nur Bekanntes wiederholt, aber von den Fakten abgelenkt wird.

Der Ausstieg aus der Kernenergie trägt in Deutschland lediglich 3,5 Prozent zur angestrebten Energiewende zum Schutze unserer Umwelt bei. Eine schmackhaft gemachte Investition in Windräder hilft lediglich den Betreibern und Erbauern solcher Anlagen. Unsere Umwelt wird davon nichts zu spüren bekommen, da unsere Nachbarn der deutschen Philosophie nicht folgen.

Alois HümmerKonnersreuth

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