Brutaler Bandenkrieg
Tote bei Ausschreitungen in brasilianischen Gefängnissen

Boa Vista. 25 Häftlinge sind bei Kämpfen rivalisierender Banden in einem Gefängnis der nordbrasilianischen Stadt Boa Vista brutal getötet worden. Sieben seien enthauptet und sechs verbrannt worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Agência Brasil unter Berufung auf die Polizei. Zudem seien rund 100 Angehörige von Gefangenen während der Besuchszeit in der Anstalt zwischenzeitlich als Geiseln genommen worden. Bei einer weiteren Meuterei in einem Gefängnis in Porto Velho (Bundesstaat Rondônia) starben am Montag nach Angaben des Portals "O Globo" acht Häftlinge.

Die Geiseln im Gefängnis in Boa Vista, bei denen es sich den Angaben zufolge vor allem um Frauen handelte, wurden von einer Spezialeinheit befreit. Sie blieben unverletzt, hieß es. Die Ausschreitungen in der Haftanstalt in Boa Vista, Hauptstadt des Bundesstaats Roraima, hatten während der Besuchszeiten am Sonntagachmittag (Ortszeit) begonnen, als eine Gruppe von Häftlingen von einem Trakt in den anderen einbrach. Sie war mit Messern und Holzlatten bewaffnet gewesen. Die genauen Hintergründe des Streits zwischen den Häftlingen waren zunächst unklar. Nach Informationen des Portals "UOL" handelte es sich bei den Angreifern um Mitglieder der Organisation Primeiro Comando da Capital (Erstes Kommando der Hauptstadt). In einem Trakt seien Mitglieder der Gang Comando Vermelho (Rotes Kommando) inhaftiert gewesen.

Die Polizei hält sich im Inneren der Anstalten oft aus Konflikten heraus, Mitglieder von Banden kontrollieren das Geschehen. Das Gefängnis ist zudem mit 1400 Häftlingen völlig überbelegt. Bei der zweiten Meuterei in Porto Velho könnte es sich um einen Racheakt für das Geschehen in Boa Vista handeln, spekulierten Medien.
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