Bus in Böschung neben A6 mavövriert
Flix-Busfahrer vermeidet Auffahrunfall

Tschechische und Oberpfälzer Einsatzkräfte halfen bei der Bergung der leicht Verletzten Passagiere des Neumarkter Flix-Reisebusses. Bild: Schreiber

Und dann ging's fix: Der Busfahrer sah nach der Kurve den quergestellten Anhänger auf der A6 bei Primda und hatte zwei Optionen - drauffahren oder in die Böschung. Der 51-Jährige entschied sich für das Graben-Manöver.

Primda/Pfraumberg. "Das muss man auch mal sagen", lobt der Weidener Notarzt Andreas von Bohlen, "wenn der Busfahrer nicht so besonnen reagiert, hätte das viel böser ausgehen können." Der Fahrer eines Flix-Fernreisebusses aus Neumarkt habe nach einer Rechtskurve plötzlich einen weißen Anhänger vor sich querstehen gesehen und sein Fahrzeug mit etwa 40 Passagieren besonnen in den Graben gesteuert. "Und auch danach hat er sich vorbildlich verhalten", sagt der Arzt, "und gesagt, er gehe nicht weg, bis alle verräumt sind." Inzwischen wurde der "Held des Straßenverkehrs" mit fünf weiteren leicht und einem etwas schwerer Verletzten ins Klinikum nach Weiden gebracht. Sechs weitere Buspassagiere wurden nach Vohenstrauß abtransportiert.


Der Busfahrer hat Schlimmeres verhindert.Notarzt Andreas von Bohlen

Weidener leitender Notarzt


Von Bohlen, der erstmals einen Einsatz in Tschechien miterlebte, war erst vor Ort, als die Verletzten bereits geborgen waren. "Als leitender Notarzt bin ich für die Koordination des Transports zuständig, damit die Verletzten eine adäquate Betreuung bekommen." Lebensgefährlich sei keiner verletzt, die Passagiere hätten sich Schnittwunden, möglicherweise auch Frakturen zugezogen.

Nach Angaben der Bezirkspolizeisprecherin Jana Tomková sei der Reisebus gegen 13 Uhr auf Kilometer 142 in Richtung Rozvadov und deutscher Grenze dem quergestellten Anhänger eines tschechischen Lkw ausgewichen, der zuvor einen anderen Truck touchiert hatte. Die Autobahn wurde zunächst in beiden Richtungen vollständig gesperrt. Die Bus-Passagiere und der Lkw-Fahrer erlitten leichte Verletzungen.

"Die Krankenwagen brachten Verletzte, unter anderem den Lkw-Fahrer, in das Krankenhaus der Kleinstadt Stod", sagte Lenka Ptácková von der regionalen Notfallstelle. "Im Moment bieten wir den Passagieren die Möglichkeit, sich in unseren Einsatzfahrzeugen warm zu halten", sagte Pavla Jakoubková, Sprecherin der regionalen Feuerwehr.

Der Neustädter Kreisbrandrat Richard Meier, der zusammen mit rund 60 Einsatzkräften aus der Oberpfalz vom Lagezentrum in Schwandorf angefordert worden war, freute sich über die reibungslose Zusammenarbeit: "Wir haben Leitplanken abgebaut und hatten überhaupt keine Sprachprobleme - wir verständigten uns mit Hand und Fuß und die Tschechen haben sich bei uns mords bedankt."

Nachbarschaftshilfe


Feuerwehren aus Vohenstrauß, Waidhaus und Pleystein waren vor Ort, Mehrzweckfahrzeuge aus Eslarn, Lerau und Tännesberg habe man zum Weitertransport der Passagiere nachgefordert. "Der Bus war auf der Rückreise aus Prag mit Ziel Essen", erläutert Meier. Zu den 13 bisher registrierten Verletzten könnten noch weitere kommen, "weil noch nicht alle im ersten Schreck ihre Verstauchung oder ähnliche Blessuren registriert haben".
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.