Christbaumhof in Döllnitz
Bäume garantiert aus der Region

Tausende Christbäume wachsen auf dem "Christbaumhof" von Bernhard Kammerer in Döllnitz. Bilder: fz (2

Am Sonntag brennt am Adventskranz die erste Kerze. Für Mitte kommender Woche sagen die Meteorologen die ersten Schneeflocken und kühle Temperaturen vorher. Es wird langsam Zeit, sich um den Weihnachtsbaum zu kümmern. Im Landkreis kann der Christbaumkauf zu einem vorweihnachtlichen Erlebnis für die ganze Familie werden.

Pressath/Leuchtenberg. (fz) "Jeder Baum ein Traum", versprechen Förster Gerhard Hösl im "Pressather Tannenland" und Bernhard Kammerer vom "Christbaumhof" in Döllnitz bei Leuchtenberg. Die Christbäume "von der Stange" aus Dänemark, geschlagen im September, liegen längst bei den Großhändlern. Sie haben Tausend Kilometer Transportweg hinter sich. Fast vier Monate vergehen nach dem Absägen, bis er im Wohnzimmer steht. "Nach fünf Tagen rieseln die Nadeln", wissen die Experten.

15 verschiedene Tannen

Viel besser sei ein Christbaum aus der Region, heimisch, ökologisch, frisch, der in der Wohnung aromatischen Duft verbreite und keine Nadeln lasse, weil er eben erst ein paar Tage vor dem Fest abgesägt werde. Ein vorweihnachtliches Erlebnis sei es, wenn sich Eltern mit ihren Kindern einen Christbaum im "Tannenland" oder auf dem "Christbaumhof" aussuchen, diesen markieren und dann zwei oder drei Tage vor dem Fest selbst abschneiden. Hösl ist ein Forstmann, der experimentiert und so 15 verschiedene Tannenarten auf der fünf Hektar großen Kultur züchtet: Die Coloradotanne aus Oregon, die Korktanne aus den Rocky Mountains als beliebteste Weihnachtsbäume Amerikas sind darunter, ebenso die Koreatanne, die aromatisch duftende Felsengebirgstanne, die nach Apfelsinen riechende Douglastanne oder die Balsamtanne mit dem Duft nach Balsamöl. "Trotzdem bleibt die Nordmanntanne der Renner", weiß der Diplomforstwirt.

Schafe statt Chemie

Geht man durch das "Tannenland" von Hösl, sieht man Fähnchen an den schlagreifen Bäumen mit der Aufschrift "Christbaum aus dem Naturpark Oberpfälzer Wald". Hösl stellt sich dem hohen Standart und Qualitätssiegel des Naturparks. Das ist in der Hauptsache der Herkunftsnachweis, gepflanzt und gewachsen unter Standortbedingungen in der Region. Dazu gehört aber auch die ökologische Produktion, ohne den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Hösl setzt Shropshire-Schafe als Unkrautfresser ein.

Auch der Christbaumhof in Döllnitz, auf dem über 1000 Christbäume auf einen Nobelplatz im Wohnzimmer warten, ist seit Oktober Ziel zahlreicher Familien. Sie wandern durch die aus der früheren Landwirtschaft reißbrettähnlich angelegte, blitzsaubere Kultur und suchen sich ihr Weihnachtssymbol aus. Die Kinder schreiben Namensfähnchen, und so sind die Bäume reserviert und werden erst zwei oder drei Tage vor Weihnachten abgesägt.

Für Kammerer hat die Nordmanntanne mit fast 90 Prozent Priorität. "Die Leute wollen sie einfach." Blaufichte, Korea- oder Korktanne seien Nischenbäume. Derzeit ist Kammerer dabei, die Christbäume mit einem weiteren Fähnchen zu versehen. Dieses unterstützt eine Aktion des Bundesverbandes der Weihnachtsbaumerzeuger für die SOS-Kinderdörfer. Für die einige Hundert Fähnchen hat Kammerer schon einen Beitrag von je einem Euro bezahlt. Der Christbäumkäufer weiß so, dass er etwas Gutes tut, wenn er den Baum nimmt, ohne dass er dafür extra zur Kasse gebeten wird.

Stabile Preise

Sowohl der Döllnitzer als auch Hösl betonen, dass die Preise für A-Qualität, das sind Bäume um 2,50 Meter, stabil bleiben. Kleinere B-Sortierungen könnten durch ein Überangebot sogar billiger werden.
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